Telefunken S500/600 Umbauten

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Erzkanzler
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Telefunken S500/600 Umbauten

Beitrag von Erzkanzler »

Moin,

diese schreckliche Unart diesen phantastischen Dreher wegen des vermeintlich gut verkaufbaren Ortofon S212 zu schlachten ist eine fürchterliche Unsitte.
Man vernichtet einen hervorragenden Plattenspieler dessen Qualitäten weit über den Tonarm hinausreichen.
Der Plattenspieler, noch echtes "Made in Germany", mit seiner hochwertigen Zarge und dem exellenten DC-Antriebsmotor läuft in einer ganz eigenen Klasse.

Bild
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Der Teller, ein 2,5kg schweres UND ausgewuchtetes!!! Ungetüm aus dem Hause Hella ist schon mal eine Hausnummer für sich. Am geraden Aussenrand keine Pickel, sondern 2 Reihen sauber gefräster Stroboskopmarkierungen.
Der Kunststoff-Subteller ruht auf einer 7mm Spindel, das Lager ist sehr schön und großflächig (70mm) verschraubt.
Der Motor....ein richtig guter DC-Motor mit eingebautem Tachogenerator, eingebaut in einer Kunstoffhülle und mittels 3-Punkt-Befestigung aufgehängt.
So muss das Ihr Rega und Pro Ject Konstrukteure.
Die Steuerung erfolgt via Touchtasten, gut das ist Geschmacksache, funktioniert aber gut.
Die Servo-PLL-Motorregelung ist voll diskret aufgebaut, kein spezieller unbeschaffbarer IC-Baustein sondern eine Handvoll (6) Transistoren, Dioden und Widerstände.
Und Wunder, das funktioniert hervorragend. Zwar kein Quarz, aber das lässt sich so präzise Einstellen das der Quarz mehr als überflüssig ist.

Bei Ebay-Kleinanzeigen tauchen immer wieder ermordete S500/S600 auf, bei welchen der Tonarm bar jeglicher Ahnung herausoperiert wurde und welche dann zu Schleuderpreisen verramscht werden.

Liebe Leute, dieser Dreher ist soviel mehr als nur ein Träger für diesen Tonarm...der steht einem Thorens TD126MkIII in nichts, aber auch garnichts nach.
Im Gegenteil.

Tatsächlich habe ich mir vor Weihnachten für 20EUR !!!!! einen geschlachteten S600 bei Kleinanzeigen besorgt und war erst einmal Baff.
Was ein geiles Teil. Mangels geklautem Tonarm, Lift und Endabschaltung leider zu nicht mehr viel zu gebrauchen.
Dafür Motor, Lager, Sub- und Plattenteller in wirklich gutem Zustand.
Da ich Mitte März das "Zwischen den Jahren Rega-Projekt" abgeschlossen hatte wollte ich ursprünglich das Konzept auch mit den Telefunken Komponenten umsetzen. Ist dann doch leicht anders geworden, ein reiner Schwabbler mit wechselbarer Tonarmbasis und noch einigen kleinen Spezialitäten.

Bild

Ende Teil 1
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Erzkanzler
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Re: Telefunken S500/600 Umbauten

Beitrag von Erzkanzler »

Weitergehendes zu dem Umbau später.

Was kann man mit so einem geschlachteten Dreher anfangen?
Siehe auch viewtopic.php?f=38&p=156764#p156764

Hat man denn Glück und es ist "nur" der Tonarm entfernt dann erwartet den geschätzeten Käufer die nächste Ernüchterung:
Was für einen Tonarm könnte man hier verbauen?
Der Ortofon S212 hat eine effektive Länge von 228mm, Überhang 16mm und ein Bohrloch von 21mm.
Abstand Spindel Bohrloch also 212mm.
Rega 222mm, Bohrloch 24mm
Linn 211mm, Bohrloch 23mm
Linn könnte gehen, dafür müsste aber die eingepresste Tonarmaufnahme entfernt werden und noch einige Umbauten am Subchassis erfolgen.
Stilistisch könnte ich mir einen Linn Basik LVV auf dem Dreher vorstellen.

In meinem Fundes sind noch 2 Stück SANSUI SR 222 MKII Tonarme, müssten aus der Konstruktionsabteilung von Micro Seiki stammen.
Leider eine effektive Länge von 220mm bei einem Überhang von 17,5mm. Erforderliches Bohrloch relativ klein, sollte mit einer Hülse in die Aufnahme des Telefunken einbaubar sein. Und dann habe ich noch ein Ersatzrohr vom Rega R200...da sollte was machbar sein.

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haotschmi
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Re: Telefunken S500/600 Umbauten

Beitrag von haotschmi »

Moin,
Phönix aus der Asche, der erste Schritt ist getan. Mein Laufwerk ist ja wie neu, läuft astrein, da konnte ich das Teil nicht schlachten.
Mit Martins Unterstützung, er hatte einen passenden Arm der dann noch von ihm repariert wurde, hab ich das Ganze jetzt mechanisch verheiratet.
Da das Chassis Marke schwabbel ist, hatte ich mich auf eine längere trial an error Session eingerichtet, denn zum jeden Verstellen muß das Chassis in die Senkrechte gebracht werden. Anschließend wieder alles retour und Plattenteller auf Subteller, Tellermatte und Schallplatte drauf und Paralellität des Arms zur Platte kontrollieren.... :alright
War einfacher als ich dachte, da auf den Tonarmpasshülsen noch die Abdrücke der Befestigungsschrauben vom ersten Einbau zu sehen waren. Eine Höhenverstellung des Arms ist aber nur mit öffnen des Gerätes und lösen der Befestigungsschrauben möglich. Eventuell muß dann auch der Lift neu justiert werden.
Es hat den Anschein das der Paralellstellung des Arms beim Einbau eines anderen Systems zum Plattenteller seitens des Herstellers und Ortofon
keine besondere Bedeutung bei gemessen wurde. :mrgreen:
Möglich das da auch einiges von den Anwendern überbewertet wird. Aber wenn man das Letzte aus seinem Dreher herausholen will....
Die Liftmontage war da etwas kniffliger.
Eigentlich wollte ich die automatische Endabschaltung wieder in Betrieb nehmen, aber die Mechanik die dann unten am Tonarmrohr mittels einer Schraube
justiert und gehalten wird, war mir dann doch gewichtsmäßig zu aufwendig. Das muß die Nadel ja alles mitnehmen. Der Lifthebel und die Mechanik darunter sind eher von der robusten Sorte und bei Betätigung sehr geräuschvoll. Ein lautes helles Klack beim zurückschnellen des Lifthebels konnte durch Aufstecken von Kunststoffhülsen auf einigen Metallteilen in ein angenehmes plopp gedämpft werden. Auf jeden Fall hört man das hier noch Made in Germany am Werk ist.
Das Headshell ist von Analogis und bei Völkner für Ca 8€ zu haben. Wird von der Überwurfmutter des SME Bajonetts völlig fest auf den Tonarm gezogen, was man ja bei anderen Headshells nicht immer feststellen kann. Eingebaut hab ich passend zum Ortofon Arm ein Ortofon VM blue, dessen Nadelträger deutlich schief im System stand. Auch so ein Fehlkauf, weil beim Kauf nicht geprüft. :shit Aber mit ruhiger Hand und einer schmalen Pinzette, tief durchatmen und Luft anhalten, ( wie beim Bogenschiessen ), hab ich das jedenfalls fürs Auge richten können. :beer
Jetzt kommt die Elektrik an die Reihe.
Hier zwei Bilder:

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Gruß Otto
Tönt die Röhre fein in's Ohr, liegt's bestimmt am Klirrfaktor :idn:
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