Ich hoffe, die habt ihr schon alle:
DIANA KRALL - THE GIRL IN THE OTHER ROOM -
[img:110:110]http://img200.exs.cx/img200/5679/krall8dt.jpg[/img]
Diana Krall hat seit ihrem letzten, mit Platin und Grammys verwöhnten Album The Look Of Love einiges erlebt: Schönes, wie die Heirat mit dem britischen Song-Genie Elvis Costello, und Tragisches, wie den Tod ihrer Mutter. Die Kerben in ihrer bislang so glamourös wirkende Biografie blieben natürlich nicht ohne Wirkung -- auch musikalisch. Dennoch gehört auch eine Portion Mut dazu, wie sie sich mit ihrem neuen Album The Girl In The Other Room präsentiert.
Sie setzt auf Risiko -- und kann dabei höchstens an Profil gewinnen. Denn unter kommerziellen Gesichtspunkten betreibt die Kanadierin mit Wohnsitz New York ein verwegenes Vabanque-Spiel. Schließlich hätte sie bequem weiter auf ihre Erfolgsformel setzen können: gefälligen Jazz-Standards und Burt Bacharach ein Prise Sex einzuhauchen. Doch was macht Diana Krall? Sie zeigt ihr ungeschminktes Gesicht und offenbart dabei einen Blick in ihre Seele.
Von einer Hand voll hochkarätiger Musiker begleitet (darunter Drummer Peter Erskine und Bassist Christian McBride), interpretiert sie einerseits mit gewohnt cooler Verve aber neuer Intensität ein halbes Dutzend, für sie recht ungewöhnliche Songs. Zum Beispiel den Opener "Stop This World", ein träger Shuffle von Blues-Veteran Mose Allison; oder "Temptation", ein Schmuckstück aus der Kollektion von Tom Waits; oder die Verneigung vor ihrer Landsmännin Joni Mitchell -- "Black Crow". Schwerfällig wie der Mississippi im Hochsommer schiebt das in der Interpretation von Bonnie Raitt bekannt gewordene "Love Me Like A Man" daher, ein weiterer pechschwarzer Blues.
Die andere Hälfte der CD sind Eigengewächse aus dem Hause Krall/Costello. Wer bei diesen Genen auf wahre Song-Wunderkinder hofft, liegt nicht so ganz falsch. Titel wie der ungeheuer dynamisch swingende Titelsong, der Big-City-Blues "I've Changed My Address" oder das bei aller Melancholie irgendwie hoffnungsfrohe "Departure Bay" sind prächtige Beispiele für höchste Songschreiber-Kunst. Vier-, Fünf-Minuten-Werke, die einfach alles haben: Geist, Sex, Hirn, Herz, Gefühl -- und die ihren Stammbaum nicht verleugnen können. So lassen sich die rauchige Stimme, das flinke Händchen am Klavier natürlich klar Diana Krall zuschreiben, die hintergründige, metaphernreiche Wortgewalt und die raffinierten Melodiebögen und -wendungen sind dagegen ganz Elvis Costello.
Fazit: Das schöne Gesicht des Jazz hat seine ersten Falten bekommen -- und ist dabei nur noch attraktiver geworden. Ein Meisterwerk! -
Nachdem Diana Krall den Blondie-Faktor im Jazz gewaltig steigerte, wagt sich die bisher stets Standards singende Pianistin nun an eigene Songs. Was bestimmt mit ihrem frisch Angetrauten zu tun hat; der heißt nämlich Elvis Costello, und alle Krall'schen Komposition auf diesem Album bringen auch ihm Credits ein. Der Effekt dieser mit deutlich mehr Popmelodik ausgestatteten Songs ist erstaunlich: Diana Krall verwandelt sich nämlich gleichsam unter unseren Ohren in Joni Mitchell. Warum ist uns die Ähnlichkeit ihrer Stimmen - diese angeraute Härte, dieses Changieren zwischen Kraft und Zerbrechlichkeit, dieses erahnte Vibrato - eigentlich nie aufgefallen? Die Arrangements freilich folgen strikt den Bluesjazz-Regeln, haben allerdings stark perkussive Akzente: Produzent Tommy LiPuma musste allein drei Promi-Drummer (Peter Erskine, Jeff Hamilton, Terri Lyne Carrington) und zwei ähnlich bedeutende Bassisten (Christian McBride, John Clayton) integrieren. Natürlich singt die Krall zwischendurch auch Coversongs. Und natürlich ist darunter auch einer - nämlich "Black Crow" - von Joni Mitchell. (mw)
Das Label über die CD
Als Ende 2002 die ersten Nachrichten von einer Liaision zwischen Diana Krall und Elvis Costello an die Öffentlichkeit durchsickerten, fragte sich mancher sogleich, ob diese Liebelei wohl auch Auswirkungen auf die künstlerische Arbeit der beiden Stars haben würde. Zwar wies Elvis Costellos im vergangenen Spätherbst herausgekommenes neues Album einen dezent jazzigen Einfluß auf, zu einem Gastauftritt seiner damaligen Verlobten kam es auf "North" allerdings nicht. Umso präsenter wird Elvis Costello, der seit dem 6. Dezember 2003 mit der Kanadierin verheiratet ist, nun aber auf dem neuen Diana-Krall-Album "The Girl In The Other Room" sein, das in der ersten April-Hälfte auf den Markt kommen soll.
Bei nicht weniger als sechs Eigenkompositionen (neben dem Titelsong noch "I've Changed My Address", "Narrow Daylight", "Abandoned Masquerade", "I'm Coming Through" und "Departure Bay") arbeitete das frischgebackene Ehepaar zusammen. Außerdem steuerte Elvis zum Repertoire dieses Albums noch seinen Klassiker "Almost Blue" bei (von seinem 1982er Album "Imperial Bedroom"), der auch schon von Chet Baker und Everything But The Girl interpretiert worden war.
Überraschungen bieten aber auch die restlichen Titel des Albums, weil sie aus dem für Krall bislang üblichen Programmrahmen von vornehmlich balladesken Jazzstandards herausfallen: Gespannt darf man Kralls Interpretationen von Tom Waits' "Temptation", Joni Mitchells "Black Crow", Mose Allisons "Stop This World" und Chris Smithers "Love Me Like A Man" (das man von Bonnie Raitt kennt) entgegenfiebern. Lediglich die durch Billie Holiday berühmt gewordene Arthur-Herzog-Nummer "I'm Pulling Through" scheint ein Relikt aus alten Krall-Zeiten zu sein.
Begleitet wird die singende Pianistin, die dieses Jahr ihren vierzigsten Geburtstag feiern wird, von Gitarrist Anthony Wilson, den Bassisten Christian McBride und John Clayton sowie den Schlagzeugern Peter Erskine, Jeff Hamilton und Terri Lyne Carrington. Zitate
A MUST!!!
Sehr günstig bei jpc.