Verfasst: Do 18. Jun 2009, 21:42
Hallo,
zunächst möchte ich mich einmal bei Micha für das Berichten seiner Klangerfahrungen der unterschiedlichen 300Bs bedanken. Auch wenn ich nicht immer einer Meinung hinsichtlich des Versuchs der messtechnischen Erfassung klanglicher Gegebenheiten bin. Vielleicht korrelieren ja die psychologischen Emotionsbögen irgendwann mit den messtechnischen Werten, dann wäre ja einiges gewonnen.
Aber zurück zum Thema. Ich möchte mich da ebenfalls noch einmal Micha anschließen indem ich mich immer wieder frage, wie es zu solch pauschalisierenden Aussagen kommen kann. Jeder müsste doch nun langsam wissen, dass es keine Verallgemeinerungen geben kann. Doch immer wieder werden solche Aussagen getätigt. (off Topic!!: Soziologen, Psychologen und andere Forscher dieser Richtung nennen so etwa übrigens den normalen rassistischen (bitte nicht missverstehen) Anteil, den ein Volk oft braucht um sich zu sichern, etc).
So gibt es nämlich in keiner Weise einen 300B Klang. Ich habe Verstärker mit der 300B als Endröhre gehört, die klangen schärfer als ein gängiger Transistorverstärker (klar, ebenfalls eine rassistische Verallgemeinerung).
Um es ein wenig zu verkomplizieren. Ich habe auch schon einen exakten Nachbau eines Shindo300B gehört (exakt gleiche Komponenten). Eigenartigerweise klang der vollkommen anders. Shindo dazu befragt äußerste sich folgendermaßen, dass ein wichtiges Kriterium für den Klang des Verstärkers der Erbauer sei.
Nun, das mag man nun wieder in das Spirituelle abweisen. Aber ich löte z.B. anders als Shindo. Warum soll das also keinen Einfluss haben.
Warum ich das Berichte: Nicht nur, dass es keinen Hornklang, keinen Röhrenklang, usw. gibt, sondern die Geräte verhalten sich auch noch vollkommen unterschiedlich in den einzelnen Ketten und dann in den unterschiedlichen Räumen.
Von daher sollte man nie denken, mit einem Röhrenverstärker eine gewünschte (positive?) Veränderung zu erzielen, wenn man sich auf einen bestimmten Klang eingehört hat.
Nun kommen noch unendlich viele psychoakustische Gegebenheiten hinzu. Wie z.b. gelernter Klang, Gewöhnung, die Präferierung des Objekts (Objektbeziehung - Mensch - Verstärker) , Stimmung, und ganz wichtig, die gesellschaftliche - eigentlich gesellschaftstechnische - Entwicklung, etc.
Man sollte also nicht glauben, man kauft sich einen Verstärker mit einer 300B als Endröhre im z.B. Eintakt-A-Verhalten und dann geht ein Licht auf und alles wird rund, warm und differenziert weich und schön - so wie man es schon immer wollte. Das kann so nie gelingen, weil man sich auf seine Anlage eingespielt hat. Man hat eine angepasste Hörerfahrung entwickelt, die dann oft gesteigert werden soll. Aber wie soll man einen eingespielten Mechanismus steigern? Das geht sicherlich nicht! Also müsste man umlernen - das kostet Zeit und Kraft. Dazu helfen dann vielleicht Stereotypen wie z.B. eine 300B klingt so und so. Aber so einfach ist es leider nicht. Zumindest nicht beim Menschen.
Grüße
Jürgen
zunächst möchte ich mich einmal bei Micha für das Berichten seiner Klangerfahrungen der unterschiedlichen 300Bs bedanken. Auch wenn ich nicht immer einer Meinung hinsichtlich des Versuchs der messtechnischen Erfassung klanglicher Gegebenheiten bin. Vielleicht korrelieren ja die psychologischen Emotionsbögen irgendwann mit den messtechnischen Werten, dann wäre ja einiges gewonnen.
Aber zurück zum Thema. Ich möchte mich da ebenfalls noch einmal Micha anschließen indem ich mich immer wieder frage, wie es zu solch pauschalisierenden Aussagen kommen kann. Jeder müsste doch nun langsam wissen, dass es keine Verallgemeinerungen geben kann. Doch immer wieder werden solche Aussagen getätigt. (off Topic!!: Soziologen, Psychologen und andere Forscher dieser Richtung nennen so etwa übrigens den normalen rassistischen (bitte nicht missverstehen) Anteil, den ein Volk oft braucht um sich zu sichern, etc).
So gibt es nämlich in keiner Weise einen 300B Klang. Ich habe Verstärker mit der 300B als Endröhre gehört, die klangen schärfer als ein gängiger Transistorverstärker (klar, ebenfalls eine rassistische Verallgemeinerung).
Um es ein wenig zu verkomplizieren. Ich habe auch schon einen exakten Nachbau eines Shindo300B gehört (exakt gleiche Komponenten). Eigenartigerweise klang der vollkommen anders. Shindo dazu befragt äußerste sich folgendermaßen, dass ein wichtiges Kriterium für den Klang des Verstärkers der Erbauer sei.
Nun, das mag man nun wieder in das Spirituelle abweisen. Aber ich löte z.B. anders als Shindo. Warum soll das also keinen Einfluss haben.
Warum ich das Berichte: Nicht nur, dass es keinen Hornklang, keinen Röhrenklang, usw. gibt, sondern die Geräte verhalten sich auch noch vollkommen unterschiedlich in den einzelnen Ketten und dann in den unterschiedlichen Räumen.
Von daher sollte man nie denken, mit einem Röhrenverstärker eine gewünschte (positive?) Veränderung zu erzielen, wenn man sich auf einen bestimmten Klang eingehört hat.
Nun kommen noch unendlich viele psychoakustische Gegebenheiten hinzu. Wie z.b. gelernter Klang, Gewöhnung, die Präferierung des Objekts (Objektbeziehung - Mensch - Verstärker) , Stimmung, und ganz wichtig, die gesellschaftliche - eigentlich gesellschaftstechnische - Entwicklung, etc.
Man sollte also nicht glauben, man kauft sich einen Verstärker mit einer 300B als Endröhre im z.B. Eintakt-A-Verhalten und dann geht ein Licht auf und alles wird rund, warm und differenziert weich und schön - so wie man es schon immer wollte. Das kann so nie gelingen, weil man sich auf seine Anlage eingespielt hat. Man hat eine angepasste Hörerfahrung entwickelt, die dann oft gesteigert werden soll. Aber wie soll man einen eingespielten Mechanismus steigern? Das geht sicherlich nicht! Also müsste man umlernen - das kostet Zeit und Kraft. Dazu helfen dann vielleicht Stereotypen wie z.B. eine 300B klingt so und so. Aber so einfach ist es leider nicht. Zumindest nicht beim Menschen.
Grüße
Jürgen