MARC COHN
Alle Scheiben von ihm sind Pflicht!
Zu seinem Debut:
Dem amerikanischen Singer/Songwriter ist mit seinem 91er Debutalbum "Marc Cohn" ein echtes Jahrhundert-Album gelungen, dessen Intensität bis heute nicht mehr zu überbieten war. Jeder Marc-Cohn-Fan, und das ist in deutschsprachigen Landen leider nur eine erlesene, jedoch glückselige Schar, muss bei der Cher-Cover-Version von "Walking in Memphis" wahrscheinlich laut aufgeheult haben. Seine Songs leben leben von phänomenalen Ideen, berauschenden Melodien, reduziertem Sound und somit auf das wesentliche beschränkt und natürlich von der göttlichen Stimmgewalt!! Marc-Cohn Songs kann man nicht covern - das ist dasselbe, als würde man Freddie Mercury nachsingen wollen!
Das hier ist berauschende, bewegende Gesangs-, Text- und Komponierkunst auf dem höchsten erreichbaren Niveau.
Höhen die auch ein Billy Joel oder ein Elton John niemals
über eine ganze Albumlänge geschafft haben.
Jeder einzelne Song zum Niederknien! Gänsehaut und Rauschzustände, dass alles immer noch nach nun mittlerweile 12Jahren - das kann man eigentlich nicht mehr überbieten.
Aus diesem Strudel an leidenschaftlichen und entusiastischen Songs ragen noch 5 Titel heraus: Das bereits bekannte "Walking in Memphis", das entrückte "Ghost Train", der holprige "Silver Thunderbird", "Strangers in a car" und als Höhepunkt des Albums die wahrscheinlich schönste Liebeserklärung der Musikgeschichte "True Companion" - einfach zum Weinen Schön!!
Und über dem ganzen Album - das perlende Piano - der perfekte Wahnsinn!
Wenn man am Ende von "True Companion" , dem letzten Song, mit den Engeln vor der Himmelspforte wartet, ahnt man - diese Musik kommt direkt von dort oben.
Zu Rainy Seasons:
"Rainy Season", die zweite Cohn-CD nach seinem Riesen-Debut mit "Walking in Memphis", hat mit dem wohl bekanntesten Song "Walk through this world" zwar nicht die Hit-Qualitäten des Vorgängers, ist aber ein Album, das sich nicht hinter dem Erstling verstecken muss. Elternschaft ist Cohn ein wichtiges Thema auf "Rainy Season": ob werdende Mütter und Väter (herrlich groovend und mit tollem Stimmenarrangement: "Baby King" und melancholisch-balladesk: "The things we've handed down") oder alternde Eltern ("Rest for the weary"). Bei einigen Songs werden die Background Vocals mit einer gehörigen Portion Crosby & Nash angereichert, das garantiert zusammen mit Cohns Songwriter-Qualitäten für wunderbare Harmonien und Melodien. Mir persönlich gefallen die ruhigen Songs besser ("Rest for the weary", "Don't talk to her at night", "From the station", "The things we've handed down" - bei diesem wunderbar aufgebauten Song geht einem langsam im Innern die Sonne auf und unmerklich beginnt man sich wohl zu fühlen), aber die schnelleren Nummern wie "Baby King" oder "Paper Walls" sind beileibe keine Ausreißer nach unten.
FAZIT: Ein Album auf sehr hohem Niveau. Ganz sicher nicht die richtige CD für eine Party - eher die für ein Glas Wein in der einen und das Booklet mit den Lyrics in der anderen Hand. Musik die klingt, und zwar schön.
Zu Burning The Daze:
Sein bestes Werk und gleichzeitig eine der besten CD überhaupt. Jeder Titel zeichnet sich durch ein herausragende Harmonik aus, die zusammen mit den hohen textlichen und sängerischen Fähigkeiten des Künstlers ein Bild ergeben, das als Referenz gelten darf.




