Test der Red Dragon Verstärker bei Comeonfc im schönen Hamm
Verfasst: So 22. Apr 2007, 13:12
Hai Junks,
am Freitag war es nun endlich soweit. Wir fanden uns bei Comeonfc im westfälischen Hamm zum Red Dragon Shootout ein. Wir soll heissen: Uwe aka Sauron, Eugen „Jewgenij", Heinz-Werner, Andreas aka Comeonfc und meine Wenigkeit.
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Folgende Geräte standen zum Hören und Vergleichen zur Verfügung:
Unison 845 Vollverstärker
DIY-Laufwerk auf Scheu Basis
mit Manticore Magician und Clearaudio Maestro Wood
DIY-Phonoröhrenpre
Kenwood LD-1 CD-Laufwerk
DIY-DAC
Ganz grosse Zingalis (Ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben)
Vovox und DIY-Verkabelung
Acapellabasen für die Probanden
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Die 211er und die 300B von Red Dragon wurden uns von Rainer freundlicherweise für diesen Hörvergleich überlassen.
Als erstes hörten wir uns mit der Unison und diversen CDs bzw LPs ein. Als Hörvorlagen legten wir uns letztendlich auf die folgenden zwei LPs fest:
Dvorak Symphony No 9 „New World" Op.95 Istvan Kertesz, London Symphony Orchestra Decca SXL 6291 hier den ersten Satz
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Paganini Concerto No. 1 in D Major Michael Rabin Sir Eugene Goossens, The Philharmonia Orchestra Capitol SP8534, auch hier den ersten Satz
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Ich versuche mal zu beschreiben, wie die Unison mit diesem „Futter" umzugehen vermochte: Stehts auf der Höhe der Musik. Gerade die Aufnahme mit Rabin fordert eine Anlage im höchstem Masse. Hier durchläuft die Musik alle Bereiche der Dynamik. von unglaublich einfühlsam dargebotenem leichtem sanftem Geigenspiel bis hin zum orkanartigen Fortissimo des Orchesters. Die Unison blieb stehts am musikalischen Geschehen mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und Souveränität. Es war ein Genuß, diese Aufnahme über die 845 auf sich wirken zu lassen. Gleicher Eindruck mit der 9ten von Dvorak, auch hier bot dieser Verstärker eine wahrlich beeindruckende Vorstellung.
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Nun wurde die Kette umgebaut, um die 211er Red Dragon zu betreiben. Zwischenzeitlich Würstchen aufgesetzt und das Abendessen vorbereitet. Kartoffelsalat und Nudelsalat mit Wiener sollten es diesmal sein, mit viel Weizenbier.
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Der erste Eindruck: Wow, verdammt nah dran an der Unison, nicht der Kartoffelsalat, die 211er..
Der Verstärker konnte überzeugen. Wuchtiges aber kontrolliertes Spiel in den unteren Lagen, fein durchzeichnet in den Mitten - sehr schöne Bühne, zwar etwas zur Mitte tendierend weniger breit und etwas weniger tief als bei der Unison - und spritzig aber nicht nervig im höheren Geschehen. Was aber nach einiger Zeit auffiel, der 211er ging deutlich früher in die Begrenzung als die 845 obwohl nominell in der gleichen Leistungsklasse spielend. Das führte dazu, das gerade bei den wuchtigen Orchesterpassagen das Klanggeschehen etwas gepreßt und räumlich eingeengt wirkte. Um das nochmal anhand der Unison zu überprüfen wurde kurzerhand wieder zurückgebaut.
Nach einer kleinen Pause mit Rauch- und Trinkwaren wurde wieder die Rabinaufnahme herangezogen, um den Leistungsunterschied zu vergleichen. Es bestätigte sich der bei der 211er beobachtete Einbruch in den lauten Passagen nicht. Die Unison vermochte dies alles mit der o.b. Leichtigkeit und Eleganz zu vermitteln ohne in die Begrenzung zu gehen. Auch machten sich nun kleinere Unterschiede bemerkbar, die im ersten Vergleich noch nicht aufgefallen waren. Die Geige wurde vom 845 noch natürlicher, mit mehr Details versehen vorgeführt. Hier war der Anstrich doch näher am Holz. Das Instrument wirkte authentischer als über die 211er dargeboten. Auch wirkte der Unison im Hintergrund ruhiger.
Aber dennoch waren sich alle Beteiligten einig: Der Red Dragon 211er bietet für das verlangte Geld einen absolut ehrlichen Gegenwert. Super Finish, gut verarbeitet (einzig die Sockel der Endröhren machen einen weniger guten Eindruck, die Röhren sitzen alles andere als fest in den Sockeln und gerade schon gar nicht) und klanglich fast ohne Fehl und Tadel.
Hier lässt sich sicherlich über den Einsatz anderer Röhren - und Bauteile, sofern der geneigte Besitzer hierzu in der Lage ist - einiges an Feintuning bewerkstelligen.
Nun wurde der Red Dragon 300B angeschlossen.
Hier machte sich schon nach kurzer Zeit bei der Hörerschaft ein gewisser Unmut breit. Der Verstärker war nicht in der Lage, das Niveau der vorher gehörten Probanden zu erreichen. Der Raum wirkte eingeengt, es wurde alles etwas behender und weniger feindynamisch und sehr mittenlastig empfunden. Einhellige Meinung, „Topfig"! Die Geige wurde darüber hinaus aggressiver und härter als bei der 845 respektive 211er vorgetragen. Hier fehlte der Raum zwischen den Ereignissen, der vorher wahrgenommene Schmelz, das „Holz" fehlte. Auch war ein deutlicher Brumm zu vernehmen. Kurzum, dieser Verstärker wußte an der vorhandenen Kette klanglich nicht zu überzeugen. Was die Verarbeitung und das Finish angeht ein schönes Gerät, daß möglicherweise in anderen Konstellationen z.B. in Ketten mit Breitbändern mehr zu gefallen vermag.
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Fazit:
In der vorhandenen Kette wurde dem Red Dragon 211er Verstärker ein hohes Mass an klanglicher Qualität bescheinigt. Für den aufgerufenen Preis wahrlich ein Tipp. Die Verarbeitung ist - mit Ausnahme der Endröhrensockel - auf einem sehr hohen Niveau, hier gibt es absolut nichts zu meckern. Eine Fernbedienung würde das Paket positiv nach oben abrunden.
Unser Urteil: Kaufen Junks, solange der Preis noch stabil bleibt.
Der Red Dragon 300B vermochte klanglich nicht zu überzeugen. Die Verarbeitung bietet - wie beim 211er - keinerlei Grund zur Beanstandung. Wie sich der Verstärker in anderen Ketten zu behaupten vermag, lässt sich aus diesem Vergleich nicht schließen.
Zum Schluss noch ein herzliches Dankeschön an den Gastgeber und an die „Hörcrew". War mal wieder ein sehr schöner Abend.
Vielen Dank an Rainer, der uns die Geräte vertrauensvoll zum Test überlassen hat. Ein nachahmenswerter Service. Wir wünschen Dir viel Erfolg mit Deinen Produkten.
Lieben Gruss
M;chele
P.S.
His Masters Voice
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am Freitag war es nun endlich soweit. Wir fanden uns bei Comeonfc im westfälischen Hamm zum Red Dragon Shootout ein. Wir soll heissen: Uwe aka Sauron, Eugen „Jewgenij", Heinz-Werner, Andreas aka Comeonfc und meine Wenigkeit.
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Folgende Geräte standen zum Hören und Vergleichen zur Verfügung:
Unison 845 Vollverstärker
DIY-Laufwerk auf Scheu Basis
mit Manticore Magician und Clearaudio Maestro Wood
DIY-Phonoröhrenpre
Kenwood LD-1 CD-Laufwerk
DIY-DAC
Ganz grosse Zingalis (Ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben)
Vovox und DIY-Verkabelung
Acapellabasen für die Probanden
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Die 211er und die 300B von Red Dragon wurden uns von Rainer freundlicherweise für diesen Hörvergleich überlassen.
Als erstes hörten wir uns mit der Unison und diversen CDs bzw LPs ein. Als Hörvorlagen legten wir uns letztendlich auf die folgenden zwei LPs fest:
Dvorak Symphony No 9 „New World" Op.95 Istvan Kertesz, London Symphony Orchestra Decca SXL 6291 hier den ersten Satz
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Paganini Concerto No. 1 in D Major Michael Rabin Sir Eugene Goossens, The Philharmonia Orchestra Capitol SP8534, auch hier den ersten Satz
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Ich versuche mal zu beschreiben, wie die Unison mit diesem „Futter" umzugehen vermochte: Stehts auf der Höhe der Musik. Gerade die Aufnahme mit Rabin fordert eine Anlage im höchstem Masse. Hier durchläuft die Musik alle Bereiche der Dynamik. von unglaublich einfühlsam dargebotenem leichtem sanftem Geigenspiel bis hin zum orkanartigen Fortissimo des Orchesters. Die Unison blieb stehts am musikalischen Geschehen mit einer erstaunlichen Leichtigkeit und Souveränität. Es war ein Genuß, diese Aufnahme über die 845 auf sich wirken zu lassen. Gleicher Eindruck mit der 9ten von Dvorak, auch hier bot dieser Verstärker eine wahrlich beeindruckende Vorstellung.
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Nun wurde die Kette umgebaut, um die 211er Red Dragon zu betreiben. Zwischenzeitlich Würstchen aufgesetzt und das Abendessen vorbereitet. Kartoffelsalat und Nudelsalat mit Wiener sollten es diesmal sein, mit viel Weizenbier.
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Der erste Eindruck: Wow, verdammt nah dran an der Unison, nicht der Kartoffelsalat, die 211er..
Der Verstärker konnte überzeugen. Wuchtiges aber kontrolliertes Spiel in den unteren Lagen, fein durchzeichnet in den Mitten - sehr schöne Bühne, zwar etwas zur Mitte tendierend weniger breit und etwas weniger tief als bei der Unison - und spritzig aber nicht nervig im höheren Geschehen. Was aber nach einiger Zeit auffiel, der 211er ging deutlich früher in die Begrenzung als die 845 obwohl nominell in der gleichen Leistungsklasse spielend. Das führte dazu, das gerade bei den wuchtigen Orchesterpassagen das Klanggeschehen etwas gepreßt und räumlich eingeengt wirkte. Um das nochmal anhand der Unison zu überprüfen wurde kurzerhand wieder zurückgebaut.
Nach einer kleinen Pause mit Rauch- und Trinkwaren wurde wieder die Rabinaufnahme herangezogen, um den Leistungsunterschied zu vergleichen. Es bestätigte sich der bei der 211er beobachtete Einbruch in den lauten Passagen nicht. Die Unison vermochte dies alles mit der o.b. Leichtigkeit und Eleganz zu vermitteln ohne in die Begrenzung zu gehen. Auch machten sich nun kleinere Unterschiede bemerkbar, die im ersten Vergleich noch nicht aufgefallen waren. Die Geige wurde vom 845 noch natürlicher, mit mehr Details versehen vorgeführt. Hier war der Anstrich doch näher am Holz. Das Instrument wirkte authentischer als über die 211er dargeboten. Auch wirkte der Unison im Hintergrund ruhiger.
Aber dennoch waren sich alle Beteiligten einig: Der Red Dragon 211er bietet für das verlangte Geld einen absolut ehrlichen Gegenwert. Super Finish, gut verarbeitet (einzig die Sockel der Endröhren machen einen weniger guten Eindruck, die Röhren sitzen alles andere als fest in den Sockeln und gerade schon gar nicht) und klanglich fast ohne Fehl und Tadel.
Hier lässt sich sicherlich über den Einsatz anderer Röhren - und Bauteile, sofern der geneigte Besitzer hierzu in der Lage ist - einiges an Feintuning bewerkstelligen.
Nun wurde der Red Dragon 300B angeschlossen.
Hier machte sich schon nach kurzer Zeit bei der Hörerschaft ein gewisser Unmut breit. Der Verstärker war nicht in der Lage, das Niveau der vorher gehörten Probanden zu erreichen. Der Raum wirkte eingeengt, es wurde alles etwas behender und weniger feindynamisch und sehr mittenlastig empfunden. Einhellige Meinung, „Topfig"! Die Geige wurde darüber hinaus aggressiver und härter als bei der 845 respektive 211er vorgetragen. Hier fehlte der Raum zwischen den Ereignissen, der vorher wahrgenommene Schmelz, das „Holz" fehlte. Auch war ein deutlicher Brumm zu vernehmen. Kurzum, dieser Verstärker wußte an der vorhandenen Kette klanglich nicht zu überzeugen. Was die Verarbeitung und das Finish angeht ein schönes Gerät, daß möglicherweise in anderen Konstellationen z.B. in Ketten mit Breitbändern mehr zu gefallen vermag.
[img:450:600]http://www.analog-forum.de/bilder3/koto11.jpg[/img]
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Fazit:
In der vorhandenen Kette wurde dem Red Dragon 211er Verstärker ein hohes Mass an klanglicher Qualität bescheinigt. Für den aufgerufenen Preis wahrlich ein Tipp. Die Verarbeitung ist - mit Ausnahme der Endröhrensockel - auf einem sehr hohen Niveau, hier gibt es absolut nichts zu meckern. Eine Fernbedienung würde das Paket positiv nach oben abrunden.
Unser Urteil: Kaufen Junks, solange der Preis noch stabil bleibt.
Der Red Dragon 300B vermochte klanglich nicht zu überzeugen. Die Verarbeitung bietet - wie beim 211er - keinerlei Grund zur Beanstandung. Wie sich der Verstärker in anderen Ketten zu behaupten vermag, lässt sich aus diesem Vergleich nicht schließen.
Zum Schluss noch ein herzliches Dankeschön an den Gastgeber und an die „Hörcrew". War mal wieder ein sehr schöner Abend.
Vielen Dank an Rainer, der uns die Geräte vertrauensvoll zum Test überlassen hat. Ein nachahmenswerter Service. Wir wünschen Dir viel Erfolg mit Deinen Produkten.
Lieben Gruss
M;chele
P.S.
His Masters Voice
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