Seite 1 von 1

Karlson Koppler, Horn und Hörnchen

Verfasst: Di 1. Apr 2008, 22:10
von Gast
Hallo Zusammen,

ok, einige von Euch dürften es ja schon gelesen haben ... unser "Schall & Rauch" der Münchner Trioden Mafia hat mich als alter Breitbänder-Fetischist doch ziemlich angefixt ...

... die Hörerlebnisse der d´Apolito-Anordnung mit den 4 Stck. 38 cm Altecs sowie dem TAD 4001 und dem TAD-Bändchen sowie die begehbaren Philips Kino-Basshörner mit 15-segmentigem MT-Horn und 8-segmentigem HT-Horn waren ein derart einschneidendes Erlebnis, daß letztendlich ein Paar Hörnchen in mein Wohnzimmer Einzug halten müssen/ dürfen/ werden ... ähm eigentlich ja schon Einzug gehalten haben raucher01

Aber der Reihe nach ...

... mehrere Wochen ging ich in mich und erurierte das Für und Wider dieses Tuns sowie der verschiedenen bzw. möglichen Setups ...

Mein erster Ansatz war optisch geleitet von Haigners Beta-Horn ... doch alle befreundeten Horn-Feitischisten zogen mich in die reale Welt zurück ... eine komplette Neukonstruktion sei viel zu aufwändig ... damit wäre ich dann in zwei Jahren noch nicht fertig und hätte viele 100 Quadratmeter Holz verbaut, bis ich eine annähernd funktionierende Konstruktion gefunden hätte ... dann ist dieses "Monster" auch für mein Wohnzimmer wahrscheinlich etwas zu groß ...

... die nächste Option wäre das Altec 816er Kabinett gewesen ... aber eine VOTT wollte ich nun auch nicht einfach nur nachbauen ...

... zudem mit welchen Treibern und welchem Aufwand sollte das ganze von Statten gehen?

Also wurden die endlich die wichtigen Eckpunkte definiert ... 2-Wege optional auch ein 3ter Weg ... mehrzelliges MT-Horn war ein absolutes Muß ... ebenso wie für den Anfang meine noch auf lager liegenden Coral 15L70 ...

... fehlten also noch die Kompressionstreiber ... ok, entweder JBL LE85/ 2420 oder Altec 806-8A/ 808-8A/ 288K ...

... dann wurde ich in den Staaten mit einem Pärchen 808-8A und in Kanada mit einem Pärchen 806-8A zu einem sehr günstigen Preis fündig und bekam auch noch von einem Mitglied der Münchner Trioden-Mafia ein Pärchen 15-zellige Pioneer/ TAD MT-Hörner angeboten ... Micha hatte noch ein Pärchen Karlson-Koppler im Keller, von denen er sich trennen wollte und die ich schon mehrfach in seinem alten SetUp habe hören dürfen ...

... und schon und auch weil mir der Bassbereich der Karlosn Koppler immer etwas besser gefallen hatte als die des Altec 825er Gehäuses, stand die Kombination auch schon fest ...

Seit ca. vier Monaten stehen nun die Hörner und die Karlson Koppler bei mir .. zudem hatte ich leihweise für den Übergang auch noch ein Pärchen TAD 2001er hier ... die Altec 806-8A hatten in der ersten Januar Woche den Weg über den großen Teich geschafft ...

Experimentiert habe ich anfänglich mit verschiedenen Übernahmefrequenzen und konnte die von Jean Hiraga in der Sound Practices beschriebenen Vorteile einer Trennfrequenz von 550 Hz hörtechnisch bestätigen ...

Hier noch kurz eine Skizze zum Karlson Koppler ...

[img width=489 height=399:489:399]http://www.egbeck.de/Bilder/kk19.GIF[/img]

sowie etwas Lesematerial zum Karlson Koppler ...

http://www.biokurs.de/kkoppler.htm

Bilder von den ersten Testaufbauten meiner Hörnchen ...

... zuerst einmal das multicellulare Mitteltonhorn von TAD, das PM-100 ...

[img width=450 height=337:450:337]http://hifi-classic.de/Gallery/albums/u ... MG2600.JPG[/img]

... dann die anfänglich getesteten Coral 15L70 im Karlson-Koppler

[img width=450 height=337:450:337]http://hifi-classic.de/Gallery/albums/u ... MG2602.JPG[/img]

... und die damalige Gesamtansicht ...

[img width=450 height=337:450:337]http://hifi-classic.de/Gallery/albums/u ... MG2603.JPG[/img]

Jetzt noch ein paar mittels recherchierbarer Messungen eruierte Theoretika zum KK:

Der Frequenzgang des KK wie unter

http://www.egbeck.de/karlson.htm

gezeigt, spricht in Kombination mit dem EV15L von keinem echten Abfall unterhalb von 950 Hz ..

... dagegen zeigt der Frequenzschrieb unter

http://www.biokurs.de/kkoppler.htm

mit unbekanntem Bassteiber einen ersten deutlichen Einbruch bei ca. 500 Hz ...

... dies führte mich zu der Überlegung, da ich mal einen Basstreiber, der auch noch deutlich über 1500 Hz zu spielen vermochte ausprobieren sollte.

Da die Coral 15L70 in naher Zukunft noch einer Sickenreparatur bedürften, brauchte ich ja sowieso noch ein halbwegs vernünftiges Pärchen 15" Basschassis für den Übergang ...

... und da sich gerade die Gelegenheit ergeben hat, habe ich kurzerhand und durchaus günstig bei einem Pärchen JBL K140 mit Alnico-V-Magnet zugeschlagen ...

[img width=337 height=450:337:450]http://hifi-classic.de/Gallery/albums/u ... 361_45.jpg[/img]

... die K140 besitzen eine Kupfer-Schwingspule, 99 dB SPL, Fs: 30 Hz, gehen bis 2500 kHz rauf, der Qts beträgt 0,21 ...

... und was soll ich Euch sagen ... im Vergleich zu den 15L70 ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die 15L70 dürfen gehen, die K140 werden bleiben und ich suche schon nach einem weiteren Pärchen als eiserne Reserve 8)

Hier nun noch nähere Informationen zum Mitteltonhorn:

Zum PM-100 ist im Internet nicht wirklich viel zu zu finden ... aber es hat ungefähr 2/3 der Abmessungen des 1505ers von Altec und die halben Abmessungen des 15-zelligen VitaVox ... ist also wirklich wohnraumfreundlicher ...

[img width=450 height=246:450:246]http://hifi-classic.de/Gallery/albums/u ... 281%29.JPG[/img]

- untere Grenzfrequenz der Hornkontur liegt bei 300 Hz
- es wurde von Pioneer/ TAD incl. Treiber (Schraubanschluß) verkauft und ursprünglich mit diesem zwischen 300 und 6 kHz betrieben

[img width=547 height=350:547:350]http://hifi-classic.de/Gallery/albums/u ... 282%29.JPG[/img]

Irgendeiner der Vorbesitzer hat den Schraubanschluß wohl abdrehen und so umbauen lassen, daß Kompressionstreiber von JBL, TAD und Altec verwandt werden können.

Verfasst: Di 1. Apr 2008, 22:13
von Gast
Hallo Zusammen,

jetzt bzw. bevor ich mich zu sehr in technsichen Details verliere, möchte ich Euch noch einen kurzen Klangeindruck schildern ...

... ein Klavier kam noch nie derart plastisch und livehaftig ...

Orgelmusik war z.B. früher nie so wirklich mein Steckenpferd ... aber mit den Hörnchen ... hmmm, richtig lecker ... da steht die Orgel ebenfalls direkt im Raum und das Luftzischeln der Pfeifen ist schon fast spürbar geworden ... derart livehaftig ist der Klangeindruck ...

Die Kodo-Trommler ... man ist das ein Erlebnis, wenn die ganze Truppe förmlich im Hörraum steht ... der Bass kommt dermaßen natürlich, druckvoll und gehörrichtig, daß es eine echte Freude ist ...

Ein Kontrabass in einer kleinen Jazzbesetzung kommt richtig schwarz und natürlich, das Anzupfen der Saite plastisch und zeitrichtig ... ein Cembalo vermittelt das Gefühl im Kammermusiksaal einer Darbietung really live zu lauschen ...

Aber dieses Hörnchen hat auch seine Schattenseite ... es ist in der Performance sehr deutlich Quellenabhängig ... akustisch gute Aufnahmen verleiten nicht nur zum Lauthören sondern zum richtigen Mitgehen ... akustisch schlechte Aufnahmen ganz schnell zum Abschalten ... und auch rhythmisch wird es zum Gradmesser über gut und schlecht ... so gibt es Aufnahmen, die zuvor über meine Breitbänder gespielt das Fußwippen einleiteten ... über das Hörnchen klingen sie komischer Weise rhythmisch leer, nichtssagend und langweilig ... und das obwohl auf der Klangseite alles stimmt ... Tiefenstaffelung, Auflösung, Ortbarkeit ...

Und die 15-zelligen Hörnchen haben noch einen sehr schönen Nebeneffekt ... der Sweet Spot ist groß ... sie bündeln irgendwie nicht wirklich auffällig ... trotzdem gibt es eine richtig excellent gute Hörposition und einen weiten Bereich von Hörpositionen in denen es immer noch sehr gut und gleichmäßig stereophon klingt ...

Gleichzeitig habe ich sehr interessante Ergebnisse mit der Position des HT machen können ... so beschreibt Hiraga ja, daß der HT nicht unbedingt immer auf die Hörposition ausgerichtet sein müßte ... im Gegenteil ... die dritte Dimension der Bühne ... also die sozusagen dargestellte Höhe läßt sich über die Position des HT verändern ... dreht man den HT leicht nach oben und läßt diesen in einem Winkel von bis zu 45 Grad nach oben abstrahlen, so erhöht sich die dargestellte Höhe ...

Und noch ein sehr interessanter Effekt tritt auf ...

... aus Gesprächen mit Toningenieuren habe ich mitgenommen, daß es akustische Zusammenhänge der ganzheitlichen Darstellung der Musik gibt ...

... der harmonische Zusammenhang ... also wenn der Bassbereich nicht bis in die letzte Oktave abgebildet wird, dann ist die oberste Oktave auch nicht mehr wirklich wichtig ... und trotzdem klingt es ganzheitlich ... wenn der Mittelton sehr sauber dargestellt wird ...

... so kann man es sehr gut an den Hörnchen erhören, daß sich fast der komplette Grundtonbereich ab ca. 500 Hz aufwärts abspielt ... und der Bassbereich leicht unterbelichtet dargestellt wird, wenn der zusätzliche HT fehlt ... es klingt dann irgendwie runder ... das ist ein Effekt wie bei der Schallplattenwiedergabe mit einem SPU ... oder dem Hören mit einem Röhrenradio ... es fehlt nichts wirklich ... aber es klingt rund ... kommt der zusätzliche HT wieder hinzu klingt es sauberer und der Bass bekommt deutlich mehr Kontur, Tiefenstaffelung und Räumlichkeit ... er scheint auf einmal auch deutlich tiefer runter zu gehen ...

Diesen Effekt habe ich z.B. auch schon bei der Änderung des Tellerlagers meines Garrards festgestellt ... auf den ersten Blick hat er dadurch den offensichtlichen Punch etwas eingebüßt ... hört man genau hin, dann hat sich das Auflösungsvermögen sozusagen verdoppelt und der Bass scheint sogar tiefer hinunter zu gehen und erscheint wesentlich räumlicher.

Verfasst: Di 1. Apr 2008, 22:27
von Gast
Hallo Zusammen,

nun aber doch noch zurück zur technischen Seite:

Es gibt zwei Wege die oben beschriebenen Treiber zu einem LS zu formen ...

... aktiv und passiv.

Aktiv wird wohl gerne und häufig als der einfachere Weg beschrieben. Meistens kommt ein Gerät vom Schlage eines Behringer DCX 2496 zum Einsatz.

Für den Behringer DCX 2496 gibt es sehr schöne Umbauhinweise und dann spielt der auch richtig gut ... davon habe ich mich schon live überzeugen können ... zudem ist er mit so ungefähr EUR 300 auch gar nicht mal zu teuer ... die Umbaukosten halten sich ebenfalls im Rahmen ...

http://www.diyaudio.com/forums/showthre ... ost1372147

zusätzlich gibt es noch eine Yahoogroup, die sich nur mit Modifikationen zum DCX 2496 beschäftigt

http://tech.groups.yahoo.com/group/DCX2496/

Allerdings braucht man dann je Kanal drei Endstufen und im Falle des Einsatzes von Röhrenendstufen sollte man alle Versuche und Messungen auch immer gleich mit den letzendlich genutzten Endstufen fahren ... der untertschiedlichen Eigenschaften von verschiedenen Ausgangsübertragern wegen ...

... ebenfalls verspricht die aktive Lösung eine höhere SPL sowie weniger Aufwand bei der Auswahl der einzelnen Treiber ... zur Not pumpt man einfach etwas mehr Leistung in das Chassis und gleicht so wieder aus.

Die passive Lösung bedeutet eigentlich die komplette Eigenentwicklung einer Frequenzweiche ... eigentlich ... wenn da nicht folgende Zusammenhänge wären:

-> die Frequenzweiche wird in erster Linie weder vom gewählten Gehäuse noch bzw. auch nur in sehr engen Grenzen vom gewählten Treiber bestimmt. Man kann also auch Teile der Weiche von anderen klugen Köpfen adaptieren. Und da traf es sich doch ganz hervorragend, daß in einer alten Sound Practices die von Jean Hiraga für die A7 entworfene Weiche ausführlich beschreiben wurde. 8) :wink:

Jetzt ging es noch um eine Quelle für die Kondensatoren .... es sollten ja nicht irgendwelche MKPs zum Einsatz kommen, sondern wenn schon denn schon gute alte MKVs ... vor allem wenn der Name Hiraga fällt, dann sind etwas esoterischere Bauteile ja sowieso Pflicht. 8)

Deshalb kamen auch noch ein paar Hochlast-Allen Bradleys auf die Suchliste und selbstverständlich auch nur Spulen erster Qualität ...

Ich mach´s kurz ... die Spulen wurden von einem Fachmann handgewickelt und selektiert, bei den MKVs und den Allen Bradleys wurde ich denkbar schnell fündig; auch der Preis ging durchaus in Ordnung :mrgreen: und zwischenzeitlich trudelte auch noch ein Pärchen sehr früher JBL 2420 bei mir ein :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Verfasst: Mi 2. Apr 2008, 08:42
von jens r.
Hallo Rolf,
sehr schöner Bericht. Mit dem PM-100 hast du ja wirklich einen Exoten gefunden.
Der von dir beschriebene Effekt der Homogenität, ist übrigens altes "verlorenes Wissen" Hier findet sich eine Diskussion darüber: http://www.analog-forum.de/wbboard/inde ... ght=640000
Auf der Auditorium23 Seite findet es auch Erwähnung und auf der Klangfilm.free.fr Seite gibt es noch einen Aufsatz, von Herrn Eckmille, der sich damit beschäftigt.
In Hamburg haben wir das Glück zwei ziemlich identisch bestückte A7 hören zu können. (BTW das 816 gehört nicht zu VOTT Serie.) Ich verspreche dir dass es nach der Weiche von der "Stange" noch ziemlich viel zu entdecken gibt und auch Trennfrequenzen nicht dogmatisch bei 500Hz liegen müssen.
Weiter eine gute Reise
Jens

Verfasst: Do 3. Apr 2008, 13:18
von kaspie
be.audiophil hat geschrieben:Hallo Zusammen,

-> die Frequenzweiche wird in erster Linie weder vom gewählten Gehäuse noch bzw. auch nur in sehr engen Grenzen vom gewählten Treiber bestimmt. Man kann also auch Teile der Weiche von anderen klugen Köpfen adaptieren. Und da traf es sich doch ganz hervorragend, daß in einer alten Sound Practices die von Jean Hiraga für die A7 entworfene Weiche ausführlich beschreiben wurde. 8) :wink:
Hallo Rolf,

da wir heute schon den 3. April haben, solltest Du das o.g. Zitat bitte als Aprilsscherz aufdecken.
Jean Hiraga hat in seinen VOTT Altec-Chassis verwendet. Altec haben unterhängige Schwingspulen und somit eine geringe Induktivität. Die JBL müssten überhängige Schwingspulen haben mit höherer Induktivität. Diese Induktivität fließt in die Frequenzweichenberechnung mit ein.
Die Gehäuse haben auch einen wesentlichen Einfluß auf die Impedanz und somit auch auf die Berechnung der FW.


Lieben Gruß

Kay

Verfasst: Do 3. Apr 2008, 22:46
von dubai2000
Rolf,

ein sehr schöner Beitrag.....mit leckeren Bildern :drink: . Vor allem so ein multicell Horn würde mich schon SEHR interessieren....:wink: .

Viele Grüße,
Wolfram

Verfasst: Do 3. Apr 2008, 22:57
von Analog_Tom
dubai2000 hat geschrieben:Rolf,

ein sehr schöner Beitrag.....mit leckeren Bildern :drink: . Vor allem so ein multicell Horn würde mich schon SEHR interessieren....:wink: .

Viele Grüße,
Wolfram
Moin,

mich würde der Rest interssieren... :mrgreen:

Viele Grüße

Tom

Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 12:10
von Gast
Hallo Kay,
kaspie hat geschrieben: Jean Hiraga hat in seinen VOTT Altec-Chassis verwendet. Altec haben unterhängige Schwingspulen und somit eine geringe Induktivität. Die JBL müssten überhängige Schwingspulen haben mit höherer Induktivität. Diese Induktivität fließt in die Frequenzweichenberechnung mit ein.
Die Gehäuse haben auch einen wesentlichen Einfluß auf die Impedanz und somit auch auf die Berechnung der FW.
hier hast Du natürlich recht ... die Induktivtät der Treiber und des Gehäuses fließt selbstverständlich in die Berechnung der Weiche mit ein. Trotzdem läßt sich die Hiraga-Weiche adaptieren - die Werte für die Widerstände und Kondensatoren ändern sich, die Werte der Spulen können aber bestehen bleiben.

In einem ersten Schritt sollte man eh die verwendeten Treiber durchmessen ... dies gilt insbesondere für den Druckkammertreiber in Verbindung mit dem verwendeten Mitteltonhorn.

@ Wolfram & Tom

Wenn Ihr mal in München sein solltet ... einfach anrufen und reinschneien ... dann gibt's was auf die Ohren :mrgreen:

Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 12:29
von chronomastersvoice
Moin Rolf,
sehr schöne Boxen mit sehr schönen Hörnern. Das ist was ganz anderes als Breitbänder.
Den Nachteild er Hörnchen hast Du ja auch recht schnell erkannt.
Gute Aufnahmen bringen Hörner Gut rüber und schlechte Aufnahmen offenbaren sich auch als solche.
Schöne Bilder. Gute sauber Arbeit.
Großer Haptik-Faktor. Echt Geil. Würde mich mal interessieren, wie die im Vergleich zu meiner VOTT828 klingen. :OK:

Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 17:31
von Gast
Hi Linus,
chronomastersvoice hat geschrieben: Würde mich mal interessieren, wie die im Vergleich zu meiner VOTT828 klingen. :OK:
... den Vergleich zu einer VOTT828 mit Altec 416 und 15 zelligem VitaVox Horn nebst VitaVox-Treibern und Fostex T-825 im HT hatte ich ... damals aber mit den TAD 2001 und Coral 15L70 im Karlson Koppler...

... ja, es gibt einen Unterschied ... aber wirklich groß oder riesig war der nicht ... die Plastizität des Mitteltones war eher identisch, der HT dank leihweise gleichem Treiber ebenfalls, dafür spielte der Mittelton vielleicht noch etwas seidiger, nicht ganz so aufdringlich, wie mit den TADs .... und die JBL spielen mbMn fast auf dem sehr hohen Niveau der TAD, haben dafür aber auch nicht diese typische Präsenz eines Beryllium-Diaphragmas ... dafür machte das 828er damals etwas mehr Druck/ Schub im Bass ... das könnte mit den K140 und der letzten Weichenmodifikation aber auch schon wieder fast komplett pari ausgehen ... also klang es über alles betrachtet eher sehr sehr nah beisammen ... :mrgreen:

Ich würde mal behaupten wollen, daß Du Deine Kugelwellenhörnchen sofort hergeben wollen würdest, wenn Du ein Pärchen Multizellulare ergattern könntest ... fast unabhängig vom Preis, denn der Mittelton ist schon noch eine andere Hausnummer als bei einem GFK-Kugelwellenhörnchen oder einem elliptischen- oder biradialen-Horn mit nur einer Öffnung ... :wink: :mrgreen: :mrgreen:

Einen Vergleich zu den JBL 2345er Hörnchen habe ich ebenfalls direkt angestellt ... die hingen nämlich an meinen JBL2420 mit dran ... und der Unterschied zum PM-100 ist mbMn wirklich groß ...

... als Beispiel ... Du kennst das sicherlich, daß Du bei sehr kurzem Hörabstand vom LS bei einem Horn zwar ein sehr klar gezeichnetes Links und Rechts erhören kannst, aber halt keine echte konturierte und durchgezeichnete Mitte ... mit einem Multizellularen ist auch die Bühnenmitte ebenso klar und deutlich vorhanden, wie das Rechts und Links ...

... die Räumlichkeit und Plastizität, die ein multizellulares Hörnchen zaubert ist enorm, gigantisch, phenomenal und mbMn einfach ungeschlagen ... immer einen Druckkammertreiber mit sehr hohem magnetischen Fluß (z.B. TAD 2001, JBL2420 oder Altec 288 - wobei der als 2"-Treiber nur auf Altec 1505 oder 1003/ 803 oder das große VitaVox-Hörnchen und nciht auf das TAD PM-100 passen würde) vorausgesetzt.

Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 18:49
von jens r.
Hallo Rolf,
hast du die Möglichkeit dein Lautsprecher zu messen?
Die Effekte die du beschrieben hast sind tonaler Natur und mit deiner, nicht an die Lautsprecher angepassten, Weiche zu erklären.
Herzliche Grüße
Jens

BTW: Die in der Sound Practices, von John Stronczer beschriebene "Hiraga-Weiche" ist für eine A5 und nicht A7 und er weist darauf hin das die Schaltung, insbesondere die Entzerrung, für den Altec 288 und das 1505 entwickelt ist.

Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 20:36
von chronomastersvoice
Hi Rolf,
ein Multicellularhorn würde ich wirklich gerne mal ausprobieren.
Wobei ich mit den KWH im Zusammenspiel mit den 288-8K wirklich richtig gut zufrieden bin, jedenfalls im Vergleich zu einem Radialhorn. Das sind schon Welten.
Ansonsten hab ich wirklich eine Live-Bühne beim hören und die VOTT verlangt auch ihre 4 meter. Von daher ist die Bühne am Lautsprecher egal.
Deine Teile sehen auf jeden Fall Geil aus.
Ich bin allerdings auch ein Feind davon, Weichen an irgendwelche LSP zu hängen, die ähnlich spielen. Das hatte ich alles schon und war deshalb lange unzufrieden mit meinem Sound. Meine VOTT-Weiche ist perfekt auf die 416 / 288'er Kombi abgestimmt und das hört man auch.

Verfasst: Sa 5. Apr 2008, 11:46
von Gast
Hallo Jens,
jens r. hat geschrieben: hast du die Möglichkeit dein Lautsprecher zu messen?
ja ... ich habe sogar jeden Treiber einzeln gemessen ... allerdings bietet das verwendete Meßgerät keine echte und praktische Möglichkeit den Frequenzgang n Richtung Rechner zu transportieren ... imGerät selbst kann man die Meßergebnisse allerdings speicher und vergleichen ... über einen optionalen Plotter wäre auch ein Ausdruck möglich.
jens r. hat geschrieben: Die Effekte die du beschrieben hast sind tonaler Natur und mit deiner, nicht an die Lautsprecher angepassten, Weiche zu erklären.
Natürlich habe ich die Weiche an die verwendeten Treiber angepaßt. Ich schrieb ja weiter oben, daß die Hiraga-Weiche ein erste Basis darstellen konnte, der Rest war messen, rechnen, tüfteln, ändern, messen, hören ...
... so gingen ungefähr drei Monate ins Land ...

... für die Altec 806A ist die Weiche jetzt fertig, für die JBL 2420 fange ich aktuell neu an ... die JBL sind aber auch erst kurz vor meinem Urlaub eingetrudelt.
jens r. hat geschrieben: Die in der Sound Practices, von John Stronczer beschriebene "Hiraga-Weiche" ist für eine A5 und nicht A7 und er weist darauf hin das die Schaltung, insbesondere die Entzerrung, für den Altec 288 und das 1505 entwickelt ist.
Yepp .... A5 und nicht A7 ... der Teiftonteil der Weiche ist eine ganz normale 12 dB-Weiche ... keine Besonderheiten ... der Mitteltonteil ist eine 12 dB-Weiche mit Entzerrung ...

... ich brauchte ja auch noch eine 12 dB- Ankoppelung für den HT ... :wink:

@ Linus
chronomastersvoice hat geschrieben: ein Multicellularhorn würde ich wirklich gerne mal ausprobieren.
Wobei ich mit den KWH im Zusammenspiel mit den 288-8K wirklich richtig gut zufrieden bin, jedenfalls im Vergleich zu einem Radialhorn. Das sind schon Welten.
Welches Radialhorn hast Du denn im Vergleich zu Deinem KWH gehört?
chronomastersvoice hat geschrieben: Ansonsten hab ich wirklich eine Live-Bühne beim hören und die VOTT verlangt auch ihre 4 meter. Von daher ist die Bühne am Lautsprecher egal.
Ich bezog mich ja auch explizit auf die dargestellte Bühne bei geringeren Hörabständen ... oberhalb von vier oder fünf Metern Hörabstand ist auch bei einzelligen Hörnern "die Welt in Ordnung" ... darunter wird man den von mir beschriebenen Effekt beobachten/ erhören können.

Verfasst: Sa 5. Apr 2008, 13:51
von chronomastersvoice
Hi Rolf,
ich hatte vorher ein Fostex Radial Horn und da finde ich das Kugelwellenhorn erheblich besser.

Verfasst: Sa 5. Apr 2008, 14:28
von Gast
Hi Linus,
chronomastersvoice hat geschrieben: ich hatte vorher ein Fostex Radial Horn und da finde ich das Kugelwellenhorn erheblich besser.
... die hölzernen Radialhörner von Fostex habe ich bewußt nie gehört ... dafür schon so einige andere hölzerne Vertreter der Horngattung .... meistens ist deren vertikale Abstrahlcharakteristik bedingt durch den engen Öffnungswinkel das eigentliche Problem ... diese haben mich also nie so wirklich vom Hocker gehauen ...

Aber ... Ende des Monats ist doch die High End ... das wäre doch die Gelegenheit mal einen Abstecher nach München zu wagen ... es gibt hier viele schöne Kombos zu erhören :wink:

Verfasst: Sa 5. Apr 2008, 14:36
von chronomastersvoice
High End?
Wann und Wo?
Langer weg zu euch da runter, mal eben schlappe 650 km.

Verfasst: Sa 5. Apr 2008, 14:46
von Gast
chronomastersvoice hat geschrieben:High End?
Wann und Wo?
24. bis 27. April, M,O,C, München :wink:

Verfasst: Mo 18. Aug 2008, 22:24
von Rund
Alle Schweigen ...oder Basten seither...hmmmm
klingt auf jeden Fall gut, was ich gehört habe....und nicht nur einmal...


LG

René

Verfasst: Fr 22. Aug 2008, 09:56
von Metabaron
Ich erstmal auch, da meine Hörner noch ein Projekt sind. War aber sehr interessant zu lesen.

Rolf, ich kann Deine Hörerfahrungen gut nachvollziehen. Hörner sind gnadenlos und sehr direkt. Einache Monitore kann man zum abmischen auf Allerweltsanlagen nehmen, zum abmischen audiophiler Aufnahmen kommt man um Hornmonitore nicht herum, die decken alle Fehler schonungslos auf.

Wenn ich einen Lautsprecher auf seine Natürlichkeit hin checke, nehme ich dazu keine "Zischel-Wumma-Bumm"-Aufnahmen, sonder eher ein Streichquartett, Piano und Flötenstücke. Das menschliche Gehör ist evulotionsbdingt im Stimmbereich am empfindlichsten, daher sind die vorgenannten Instrumente, die im Stimmbereich spielen am geeignetsten. Erst dann kann man auch die extremeren Lagen austesten.

Ich habe neben zwei 38er-JBL noch zwei Coral-Treiber liegen, zu denen ich damals jeweils MDF-Radialhornbausatze dazugekauft hatte. Die sind aber noch nicht zusammengebaut. Ich habe mit Holzradials noch keine große Hörerfahrung. Daher sind Hörerfahrungen anderer für mich schon wertvoll, da ich mir eventuell die eine oder andere Konsturktionslegung dann wohl sparen kann. Hörner bedürfen in der Regel immer einen Mindesthörabstand, damit die Abstrahlcharakteristik ihre Wirkung entwickeln kann. Bei knapp 4m werde ich demnach wahrscheinlich auch zu nahen an den Radials sitzen, die Beschränkung im Vertikalen ist für mich eigentlich weniger kritisch, da ich für gewöhnlich nur von einer Sitzposition aus höre, aber die Abstrahlung in der Breite in Bezug auf die Räumlichkeit, wo auch Reflexionen eine Rolle spielen ist in ihrer Problematik nicht zu unterschätzen.
Als Alternative denke ich daher auch über einen sog. "Negerpopo" (Studiojargon, von mir nicht rassistisch gemeint) nach. Das sind die Biradialhörner 2344 von JBL. Allerdings nicht mehr einfach zu bekommen.

Verfasst: Mo 1. Sep 2008, 17:54
von Gast
Moin René,
Rund hat geschrieben:Alle Schweigen ...oder Basten seither...hmmmm
klingt auf jeden Fall gut, was ich gehört habe....und nicht nur einmal...
... Danke für die Blumen ...

... tja, was hat sich in der Zwischenzeit getan? Ich habe mit JBL 2420 im MT experimentiert und dann erstmal wieder auf dei ALTEC 806-8A "zurückgerüstet" ... das natürlich für den High-End-Abend bei mir, da die Weiche für den ALTEC weiter fortgeschritten war und ich deshalb auch mit dieser Kombination "vorführen" wollte ...

... seither fehlt mir einfach die Zeit mit den JBLs weiter zu machen ...

... das habe ich mir also für den Herbst aufgehoben ...

@ André
Metabaron hat geschrieben: Wenn ich einen Lautsprecher auf seine Natürlichkeit hin checke, nehme ich dazu keine "Zischel-Wumma-Bumm"-Aufnahmen, sonder eher ein Streichquartett, Piano und Flötenstücke. Das menschliche Gehör ist evulotionsbdingt im Stimmbereich am empfindlichsten, daher sind die vorgenannten Instrumente, die im Stimmbereich spielen am geeignetsten. Erst dann kann man auch die extremeren Lagen austesten.
fullACK ... die Auswahl der Musikstücke zum Testen ist eine wichtige Angelegenheit ... man sollte soviele Instrumente wie möglich auswählen ... wenn es um Verfärbungen geht, dann auch verschiedene Instrumente aus verschiedenen musikal. Stilrichtugen ...

... eine Harfe gehört ebenfalls in die Liste der Musik für die ersten Schritte ... eine Orgel dann schon sozusagen in den weiteren Kreis ...