205D Push-Pull Monos (passend zur Oktal-Vorstufe Mk2)

Verstärker selbst bauen

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trio_de
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205D Push-Pull Monos (passend zur Oktal-Vorstufe Mk2)

Beitrag von trio_de »

Liebe Röhrenhörer,

es ist mal wieder so weit: ich möchte was neues ausprobieren und dazulernen. Obwohl es noch einige Single Ended Schaltungstopologien gibt, die mich reizen würden, haben es mir Push-Pull Verstärker mittlerweile mehrfach angetan. Was ich bisher hören durfte war in der Regel mit kleinen Trioden aufgebaut und beeindruckte durch eine Kombination aus seidigem Röhrenklang UND Kontrolle im Bass, die ich so nicht erwartet hatte. Für die meisten von euch ist das vermutlich ein alter Hut ;)

Jetzt habe ich natürlich recherchiert, mir Gedanken gemacht und bin bei dieser Schaltung gelandet, die ich gerne mit Fullmusic 205D Röhren aufbauen möchte:

[img:727:481]http://peter-georgescu.de/img/we42a.jpg[/img]

Es soll keine 1:1 Kopie mit Originalteilen werden, sondern ein schöner, kleiner und realistischer Verstärker. Das heißt konkret: Ausgangsübertrager, Trafo und Drosseln dürfen gerne von Hammond sein, der Eingangstrafo gerne von Lundahl. Da letzterem in diesem einstufigen Konzept eine tragende Rolle zukommt, hier auch gleich meine erste Frage:
Welcher Lundahl-Übertrager würde denn passen, wenn man berücksichtigt, dass die Endstufe von meiner Oktal Vorstufe Mk2 angesteuert werden soll?

Ob ich zur Gleichrichtung tatsächlich zwei 205D verwende, steht noch nicht fest. Ich habe noch genügend 5V4G da, die selbstverständlich die vernünftigere Lösung sind.

Ach ja: den zweiten Siebkondensator werde ich größer dimensionieren.....sagen wir 50µF.

Für Hinweise, Erfahrungen und Ideen bin ich wie immer sehr dankbar und freue mich schon auf das Projekt.

Viele Grüße und eine schöne Adventszeit,
Peter
Zuletzt geändert von trio_de am Do 13. Dez 2012, 21:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 205D Push-Pull Monos (passend zur Oktal-Vorstufe Mk2)

Beitrag von VinylSavor »

Hallo Peter,
trio_de hat geschrieben:Kombination aus seidigem Röhrenklang UND Kontrolle im Bass, die ich so nicht erwartet hatte. Für die meisten von euch ist das vermutlich ein alter Hut ;)
Kein alter Hut sondern ein altes Vorurteil, das immer wieder ausgegraben wird. Es gibt viele Aspekt eines Versärkers die zum Ergebnis und insbesondere der Basskontrolle beitragen. Beide Schaltungstopologien haben ihre Berechtigung und können auf unterschiedlichste Weise implementiert werden.

trio_de hat geschrieben:Welcher Lundahl-Übertrager würde denn passen, wenn man berücksichtigt, dass die Endstufe von meiner Oktal Vorstufe Mk2 angesteuert werden soll?
Meine Empfehlung ganz klar LL7903, insbesondere wegen der Flexibilität. Der ist 1:1, 1:2, 1:4 oder 1:8 verschaltbar.

Viele Grüße

Thomas
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Beitrag von trio_de »

Hi Thomas,

Danke dir für den Tipp! Könnte gut sein, dass ich mich auch bei den Siebdrosseln für Lundahl entscheide....erst mal sehen, was das Hammond-Regal so hergibt.

Das soll übrigens kein PP vs. SE Projekt werden :) Dass man mit beiden Konzepten ein ähnliches Niveau erreichen kann, ist mir bewusst. Das Vorurteil bestand eher darin, dass ich einen kühleren und weniger geschmeidigen Klang von PP-Verstärkern erwartet hatte und durchweg positiv überrascht wurde. Die subjektiv empfundene bessere Kontrolle bezieht sich auf SE-Verstärker mit vergleichbarer Leistung.

Jedenfalls ein spannendes Thema. Bin sehr neugierig, was ich auf Basis dieser Schaltung zustande bekomme.

Lässt sich eigentlich berechnen, welcher Spannungsabfall im Falle des Einsatzes zweier 205D als Gleichrichter zu erwarten ist? Die Eckdaten der Röhre sind:

Filament voltage…………………………………………4.5 V
Nominal filament current…………………………… 1.2 A
Plate voltage………………………………………………300 V
Grid voltage………………………………………………-24 V
Plate resistance…………………………………………5.0 kohms
Plate current………………………………………………15 mA
Amplification factor……………………………………7.3

Grüße,
Peter
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Peter,

das sind Schnellschüsse die oft gezogen werden bei Hörvergleichen. Ein gehörter Unterschied wird der offensichtlichsten Eigenschaft des Verstärkers zugeschrieben. Das sind meist die Endröhre oder die Schaltungstopologie PP bzw SE. Ich habe schon schwammige PP amps gehört und SE amps mit hervorragender Basskontrolle. Wobei natürlich zu klären wäre welche Eigenschaft des Amps als Basskontrolle interpretiert wurde. Normalerweise würde ich sagen Du erzielst gute Basskontrolle unter anderem durch einen einigermassen ordentlichen Dämpfungsfaktor. Hängt aber auch vom Lautsprecher ab. Wenn es um einen guten Dämpfungsfaktor geht ist die 205D eher eine schwierige Wahl wenn Du gegenkopplungsfrei bleiben willst, wie in der gezeigten Schaltung. Dafür gut geeignete Übertrager, egal ob PP oder SE, die auch eine gute Basswiedergabe bringen, gibt es sicher nicht allzu viele.

Ich will Dir die Röhre aber nicht ausreden. Du hast sicher gute Gründe für die Wahl und die können ja auch anderer Natur sein, als rein technische Kriterien.

Der Spannungsabfall beim Gebrauch als Gleichrichter hängt stark vom Strom ab, den Du zu ziehen gedenkst und dieser wiederum vom gewählten Arbeitspunkt. Hast Du das festgelegt dann kannst Du den Spannungsabfall in den Kennlinien an der 0V-Gitterspannungskurve ablesen. Oder am einfachsten in einem kleinen Testaufbau messen.

Viele Grüße

Thomas
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo nochmal,

wenn ich genauer darüber nachdenke, dann ist das nicht ganz so einfach den Spannungsabfall der Röhre als Diode zu ermitteln. Beim Diodenbetrieb wird ja das Gitter mit der Anode kurzgeschlossen. Hier wäre eine Messung in einem kleinen Testaufbau sicher der schnellste Weg.

Gruß

Thomas
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Beitrag von trio_de »

Moin Thomas,

vielen Dank – genau deshalb war ich mir da auch nicht sicher. Man kann ja eine Röhre im Betrieb nicht mit einem Widerstand gleichsetzen, soviel ich weiß.

Hier noch ein paar Details zur Röhre:

[img:1600:1200]http://peter-georgescu.de/img/fm205dn_kennlinien.jpg[/img]

[img:1600:1200]http://peter-georgescu.de/img/fm205dn.jpg[/img]

Spricht ja eigentlich nichts dagegen, die empfohlenen Werte in etwa einzuhalten (300V, 15mA).

Grüße,
Peter
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Netztrafo

Beitrag von trio_de »

Guten Abend zusammen!

Gerade habe ich mal geschaut, welche Hammond Trafos und Drosseln hierfür passen könnten. Bei Verwendung der größten Drossel mit 20Hy bei 100mA und 181Ohm (an beiden Stellen im Schaltplan) ergibt sich laut PSU-Designer eine hinreichend glatte B+. Dabei bin ich zunächst von Gleichrichtung mittels 5V4G ausgegangen, unter Verwendung dieses Netztrafos:

Hammond 370BX
Sec. 1: 275-0-275 V @ 58 mA
Sec. 2: 5 V CT @ 2 A
Sec. 3: 6,3 V CT @ 2 A

Jetzt müssten die 6,3V durch Widerstände auf 4,5V für die Heizung der 205D gedrückt werden. Habe ich dabei Nachteile zu erwarten, weil der Stromfluss durch die Heizung "gebremst" wird? Ich denke da beispielsweise an Einbußen in der Dynamik. Oder ist das Quatsch?

Viele Grüße,
Peter
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Peter,

ich würde mir eher Gedanken machen, ob der Trafo damit zurecht kommt, wenn Du auf der einen Heizwicklung 20% mehr Strom ziehst als der Wert, auf den sie ausgeleget ist. Die Hammond-Trafos, die ich bisher gesehen habe waren nicht gerade auf viel Reserve ausgelegt.

Falls Du den nehmen willst, dann häng doch die 205D an die 5V Wicklung. wegen der Überlast wird dann die Spannung eh etwas einbrechen und sehr wahrscheinlich schon um die 4,5V zu liegen kommen. Die 6,3V dann mittels Widerstand auf 5V für den Gleichrichter bringen. Oder nimm einen 6,3V Gleichrichter, z.B. 6BY5, der braucht 6,3V / 1,6A

Viele Grüße

Thomas
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Beitrag von trio_de »

Hi Thomas,

nach reiflicher Überlegung werde ich deinen Rat befolgen und einen größeren Trafo nehmen, mit dem ich auch Drosseleingangs-Siebung realisieren kann und etwas mehr Spielraum für die Heizungen habe. Da ich eine der beiden Heizungs-Versorgungen auf jeden Fall anpassen muss, wüßte ich gerne, ob man das idealer Weise mit nur einem Widerstand (a) oder eben zwei (b) macht:

[img:275:178]http://peter-georgescu.de/img/heater_205D.png[/img]

Ich würde ja zu b) tendieren, habe damit aber noch keine Erfahrungen.

Viele Grüße,
Peter
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Beitrag von UBV »

Hallo Peter,
zwei Widerstände sind sicher die bessere Wahl , da sich die zu verbrauchende Leistung schon mal aufteilt und man daher u.U. kompakter bauen kann.

Gruß Bertram
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Beitrag von trio_de »

Hi Bertram,

Dankeschön! Wenn ich richtig gerechnet habe, brauche ich bei 2,4A ca. 0,75 bis 1 Ohm, um von 6,3V auf 4,5V zu kommen. Dann könnte ich in diesem Fall zwei Widerstände mit 0,39 Ohm/15W bzw. 0,5 Ohm/15W nehmen, oder?

edit: reell zu bekommender Wert wäre wohl eher 0,47Ohm/7,5W

Grüße,
Peter
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MartinR
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Beitrag von MartinR »

Hallo Peter,

du kannst 2x 0,47/5W im Alugehäuse nehmen und jeweils 1R8 parallel schalten oder du nimmst gleich 2x 0,39/10W im Alugehäuse. Bürklin hat sie im Programm.

Viele Grüße,
Martin
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Beitrag von trio_de »

Moin Martin,

Danke für den Hinweis – hatte sie bei Bürklin übersehen. Na dann wäre das Thema Heizung zufriedenstellend gelöst...

Grüße,
Peter
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