hier ein kleiner Bericht von den 2. Westerwälder Stereotagen:
nachdem ich mit einiger Mühe die Veranstaltungsräume gefunden hatte (es fanden noch andere Events dort statt) gings gleich zur Sache. Direkt am Eingang traf ich einen alten HiFi-Bekannten, den ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Wir gingen direkt in den Kelllerraum, wo einige PWM aufgebaut waren und die Thorensreparaturstelle aufgebaut war. Als erstes natürlich die Plattenboxen durchgefingert. Da war es wieder das altbekannte Gefühl: wie mechanisch arbeiten sich die Finger durch die langen Reihen der mittlerweile mit Schutzhüllen bewehrten LPs und zack, eine intensivst mit dem Gehirn verbundene - anatomisch sicherlich unbekannte - Nervenbahn funkt ihre Impulse, die einen zum sofortigen Herausziehen der LP zwingt um sodann diese mit einer eingespielten Bewegung beider Hände lässig herumzudrehen um die wichtigen Daten zu ergründen. Natürlich ist ein simultaner schneller Blick nach recht und links zu den anderen Wühlenden jahrelang antrainiert, man weiß ja dann schon ungefähr, was einen dort erwartet. NEIN, der rechts hat die alte Fleetwood Mac herausgezogen, die ich schon jahrelang suche...bitte wieder zurück...ogott...schwitz...
Nachdem die LP-Boxen gesichtet waren, habe ich die vielen alten Thorensmodelle bewundert, die dort aufgebaut waren. Zwei 126er, einer mit einem schönen Dynavector DV505 Arm und modifizierten Denon DL103 und ein seltener TD 524 mit quarzkontrolliertem Direktantrieb. Außerdem waren noch ein 320er, ein 160er und einige andere Modelle zu sehen.
Dann ging es nach oben in den eigentlichen Hauptausstellungsraum. Neben einigen Tonbandschätzen und einem Macintosh 275 mit passendem VV und wieder vielen LPs waren dort zwei Anlagen aufgebaut. Eine um einen Clearaudio Ambient, die ich nicht gehört habe und eine, aufgebaut von Suonomondo um den Raven AC von tw-acustic, mit zwei Tonarmen: ein Headcock GH242 mit einem Koetsu Rosewood und ein Ikeda 407(?) mit Shelter 501 . Das ganze wurde von einem Nelson Röhrenamp mit 4 x 6550 (sehr ähnlich dem A88-T) befeuert und von zwei WLM Lyra dem Publikum präsentiert. Ich habe nur die Headcock/Koetsu Kombi mit dem Raven gehört. Sehr luftig und musikalisch, schöne Räumlichkeit, etwas Schärfe bei Stimmen. Bei Child in time gabs z.T. heftige Verzerrungen bei den komplexen Passagen. Ich hatte den Eindruck, daß es bei der Kombi bei bestimmten Baßfrequenzen Eigenresonanzen am Tonarm gab. Andererseits hat die Anlage den gestrichenen Kontrabaß von der Platte Moonlight Serenade - Ray Brown / L. Almeida so fantastisch wiedergegeben, wie ich es selten gehört habe. Die Platte wird gekauft. Insgesamt war die Kette sehr stimmig und das Baßfundament der WLM Lyra sehr erstaunlich.
Kurzum, eine tolle Veranstaltung der Westerwälder AAA-Jungs. Nächstesmal nehme ich mir mehr Zeit und besuche auch demnächst einmal den Rheinland Mitte Stammtisch der AAA.
PS: neben zwei Lps und einer Plattentellerauflage der AAA lachten mich doch frech zwei Mullard E88CC an, die ich natürlich sofort verhaften mußte...
Viele Grüße
Axel






