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Tanz in den Mai mit dem Apolyt und großes Kino

Verfasst: Di 1. Mai 2007, 21:29
von 2285b
Geplant war der Termin schon länger, aber unsere Terminkalender vertrugen sich irgendwie nicht so recht, aber heute hat es endlich geklappt. Nachdem Ralf schon ein paar mal bei mir war, stand ich mit ein paar LPs bewaffnet vor Ralfs (aka Fünfzig Kilo) Haus und wurde sofort vom Stammtischliebling Paul (Ralfs Hund) und seinen Eltern herzlich begrüßt. Nach einem Rundgang durch das liebevoll restaurierte und umgebaute alte Haus ging es an eine leiterähnliche, steile Treppe um den Hörraum zu erreichen, den Ralf im Dachboden des ehemaligen Stalls eingerichtet hat. Sofort bleibt der Blick an den riesigen Martion Orgon Hörnern hängen, die optisch etwas beängstigend den Raum dominieren. Dagegen wirkt der Apolyt trotz seiner Ausmaße fast etwas schmächtig.

[IMG:640:480]http://img508.imageshack.us/img508/4558/img2405ql2.jpg[/img]

Sieht man sich den Apolyt jedoch etwas näher an, wird man von den schieren Ausmaßen unweigerlich beeindruckt: 250 Kg (allein der Teller wiegt Fünfzig Kilo :wink:), 1,20m breit, luftgelagert, den Kompressor hörraumfreundlich in den Keller verbannt. [IMG:640:480]http://img508.imageshack.us/img508/8565/img2409cd6.jpg[/img]

Hier die Antriebseinheit mit integrierten Manometern:
[IMG:480:640]http://img508.imageshack.us/img508/6223/img2410rw3.jpg[/img]

Die Tonarmbasen sind massive Aluminiumzylinder, bestückt ist Ralfs Apolyt mit einem FR 64S und einem Koetsu Onyx Platinum, ein Micro-Seiki MAX 282 steht als nächster Spielpartner an:

[IMG:640:480]http://img266.imageshack.us/img266/9527/img2412vc5.jpg[/img]

und noch mal das Onyx Platinum an der Orsonic-Headshell in Aktion
[IMG:640:480]http://img508.imageshack.us/img508/3029/img2413en2.jpg[/img]

Verstärkt werden die zarten Phonosignale von der ebenfalls (wie der Apolyt) von Brakemeier und Partner gefertigten Vorstufe Calyx, unten ist der SACD - Player Musical Fidelity Tri-Vista (mit Nuvistoren!!) zu sehen. Der eigentliche Vorverstärker Funk MTX Monitor V3 ist hinten unter dem Apolyt versteckt.[IMG:640:480]http://img508.imageshack.us/img508/6996/img2415xq2.jpg[/img]

Hier der Calyx Phonopre mit ungewöhnlicher Röhrenbestückung im Detail
[IMG:640:480]http://img508.imageshack.us/img508/4969/img2417iz8.jpg[/img]

Nachher geht´s weiter...stay tuned... :mrgreen:

Verfasst: Di 1. Mai 2007, 21:44
von K-B
Hallo zusammen,
da macht man sich einmal mit dem Moped ab in die Eifel ... und schon machen die Stammtischkollegen großes Kino :wink: Der Beginn ist ja schon vielversprechend. Ich ahne aber schon, was da noch kommt. Also Axel: SCHMEISS DEN RIEMEN AUF DIE ORGEL!!! Viele Grüße, Klaus-Bernd

Tanz in den Mai mit dem Apolyt und großes Kino Part 2

Verfasst: Di 1. Mai 2007, 22:28
von 2285b
Nachdem wir einige analoge Schätze verköstigt haben, wartete der 5 Uhr Tee (Ralf ist ein recht anglophil geprägter Mensch...) mit leckerem Schokoladenkuchen aus spezieller Herstellung auf uns. Danach eröffnete er mir, daß er mir noch seine Kinoorgel vorführen wolle. Ich konnte mir unter dem Begriff nichts so rechtes vorstellen, aber nach einem kurzen Spaziergang, dem Anwerfen eines riesigen Kompressors und dem Öffnen mehrerer schwerer Türen, bot sich einem folgendes Bild:
[IMG:640:480]http://img266.imageshack.us/img266/4307/img2406cb3.jpg[/img]

Nachdem man durch den Raum mit den Orgelpfeifen, der Mechanik und Schaltung gegangen war, kam man in den Raum, in dem die eigentliche "Schaltzentrale" steht:
[IMG:640:480]http://img266.imageshack.us/img266/4654/img2407gf9.jpg[/img]

Man muß sich beide Räume als Einheit vorstellen, sie sind mit lamellenbestückten Öffnungen (ähnlich Fenstern) verbunden über die der Organist den Schalldruck erhöhen und modulieren kann. So zumindest meine äußerst laienhafte Beschreibung. Dann schritt der Meister an sein Instrument, wie man sieht, wird es auch noch wechselnd illuminiert:
[IMG:640:480]http://img159.imageshack.us/img159/6824/img2408wy9.jpg[/img]

Nun was soll ich sagen, jetzt weiß ich was Schalldruck ist. Die Töne werden unwahrscheinlich schnell und plastisch präsentiert, der abgrundtiefe Baß läßt einem die Hosenbeine flattern, ein echtes Klangerlebnis!

Nach dieser überaus eindrucksvollen Präsentation ging es noch einmal zurück an Ralfs nicht minder eindrucksvolle Anlage.

Davon später mehr...stay tuned

Verfasst: Di 1. Mai 2007, 22:35
von Kawabundisch
:shock:
Es ist schon der helle Wahnsinn was für tolle Gerätschaften zum Musikhören benutzt werden.
:dollars:

Gruß Bernd

Tanz in den Mai mit dem Apolyt und großes Kino Part 3

Verfasst: Di 1. Mai 2007, 23:16
von 2285b
Zurück bei Ralf legten wir noch ein paar LPs auf und der schon anfängliche Eindruck verfestigte sich immer mehr bei mir: meine eigentliche, zumindest latente Abneigung gegenüber Hörnern, wurde eindrucksvoll widerlegt. Die Kombination aus der unglaublichen Laufruhe des Apolyten, verbunden mit der Dynamik und Schnelligkeit der Orgon und natürlich dem Rest der sehr feinsinnig abgestimmten Anlage hat mich sehr beeindruckt. Besonders die räumliche Auflösung ist bemerkenswert, leider nur optimal in einen sehr engen Toleranzbereich. Man muß schon exakt am vorgesehenen Hörplatz sitzen, ansonsten fällt das akustische Bild schnell zusammen. Aber wenn man dort sitzt, das ist schon vom Feinsten, wie mir Ella Fitzgerald, Stanley Clarke, Oscar Peterson, Ry Cooder, Miles Davis, Monty Alexander und einige andere livehaftig vorspielten. Selbst die kurz eingeschobene smarte Diana Krall auf SACD konnte ob der dagegen müde wirkenden Vorstellung wenig Punkte sammeln.

Hier noch einmal das ganze Ensemble:
[IMG:480:640]http://img508.imageshack.us/img508/3035/img2416cl6.jpg[/img]

und Ehre wem Ehre gebührt:
[IMG:640:480]http://img240.imageshack.us/img240/8800/img2414iv5.jpg[/img]

Auf der Heimfahrt dachte ich mir: Mann, bist du vernünftig, da ist noch viel Spielraum nach oben... :mrgreen:

Viele Grüße und Danke an Ralf für den schönen 1. Mai
Axel

Verfasst: Mi 2. Mai 2007, 06:30
von nordlicht
moin allerseits, immer wieder nett zu lesen wie sich Forummitglieder besuchen, gemeinsam dem Hobby frönen und hier darüber berichten.

Eine tolle"Angewohnheit"!!

Verfasst: Do 3. Mai 2007, 07:47
von Analog_Tom
Hallo Axel,

ein sehr schöner Bericht und auch eine grandiose Anlage!
Habe mich jedoch gefragt wofür die beiden Dosen neben dem Apolyt da sind?
Sind das freie Tonarmbasen oder habe die eine andere Funktion.
Übrigens 50 kg für einen Teller sind schon ein Wort!!!
Was ist denn da für ein Lager drinnen, läuft das Laufwerk komplett auf Luft?

Viele analoge Grüße

Tom

Verfasst: Do 3. Mai 2007, 18:38
von 2285b
Ja, Tommi, das sind freie Tonarmbasen. Das Lager ist laut H. Rohrwild (HiFi exkclusiv 4/93) ein reines Luftlager, mehr durfte er aus patentrechlichen Gründen nicht verraten. Vielleicht kann uns der Besitzer noch ein paar Details mehr verraten...

Gruß
Axel

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 08:34
von Fünfzig Kilo
Hallo Tom,
das Tellerlager des Apolyt ist ein Luftlager, welches axial wie vertikal arbeitet. Nur so lassen sich die 50 kg des Tellers langfristig vernünftig bewegen. Es ist faktisch reibungslos, jedoch stellt natürlich auch Luft ein Hinderniss dar !
Das verwendete Lager ist ein Sinterbronze Luftlager, welches seinerzeit am Lehrstuhl für Luftlagertechnik an der TU München entwickelt wurde. Es war als Lager für Kreiselkompasse sowie kleine Radarschirme entwickelt worden. ( Anwendung : militärisch sowie kommerziell ). Es trägt ohne Probleme bis zu 400 kg bei mehr als 1000 Umdrehungen per Minute.
Benötigter Luftdruck zwischen 4 - 6 bar.
Analoge Grüße
Ralf

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 08:40
von audiosix
Das Lager ist laut H. Rohrwild (HiFi exkclusiv 4/93) ein reines Luftlager, mehr durfte er aus patentrechlichen Gründen nicht verraten.


So´n Quatsch, wenn etwas patentiert ist steht die Information auch zur Verfügung, nur kommerziell nachmachen darf man es nicht, ohne Lizenz.

Reinhard

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 09:56
von florentino
dann braucht man nur noch die patentnummer

aber respekt von meiner seite so einen dreher hab ich noch nicht gesehn.
:OK:

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 13:15
von Fünfzig Kilo
Hallo,
das mit dem patentrechtlichen Gründen dürft Ihr nicht zu eng sehen. Damals waren Luftlager noch etwas besonderes und die Technologie steckte in den Kinderschuhen.
Soweit ich weiß, war das Lager zum damaligen Zeitpunkt noch auf dem Weg zur Anmeldung und man fürchtete Nachahmer, welche sich bei genauen Detailbildern des zerlegten Lagers Anregungen holen würden.
Aus dem Lehrstuhl der TU München für dieses Fachgebiet entstanden dann später einige namhafte Firmen, wie z.B. die Firma AeroLas, welche eine der Marktführer auf dem Gebiet der Luftlagertechnologie ist.
That's all
Analoge Grüße
Ralf

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 13:37
von 2285b
Moin Ralf,

danke für die Klarstellung. Vielleicht könntest Du die gesamte Luftlagerung des Systems mal näher erläutern, die Luftentkopplung der Füße habe ich nicht so recht verstanden...

luftiger Gruß
Axel

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 15:10
von Fünfzig Kilo
Hallo Axel,
werde ich gerne tun, der Apolyt war von seinen Erbauern als eine Kombination von Subchasis ( Schwabler ) sowie Masselaufwerk ausgedacht worden. Das heißt, der Laufwerkstisch mit seinen drei Tonarmbasen sowie Plattenteller wiegt 180 kg ( die angegebenen 250 kg hatte er nur, wenn sich darunter die durchgehend schwarz verkleidete Aufstellkiste ( 70 kg ) befand, welche mit Sand gefüllt war ), für meinen Apolyt wurde eine passende Stahlgestell Unterkonstruktion gebaut.
Der 10cm dicke (+ 20mm schwarzes Acryl) massive Alulaufwerkstisch hat 4 Füße, in welchen sich im inneren "Continental Luftbälge" befinden. Jeder dieser Füße wird individuell von je einem berührungslosen Induktionsfühler auf Abstand zum Laufwerkstisch überwacht. Somit setzt sich der Tisch mittels dazugehöriger Pneumatiksteuerung ( Bosch - Rexroth ) immer von selbst in die Waage. Zusätzlich verfügt die Automatiksteuerung noch über eine Handsteuerung, mit welcher man an jedem einzelen Fuß einen Luftstoß ( zur Füllung ) als auch über ein Entlastungsventil eine Entnahme vornehmen kann.
Damit läßt sich der Tisch absolut genau in die Waage bringen.
Wenn die Füße optimal gefüllt sind, kann man den schweren Tisch ohne Probleme mit zwei Finger in Schwingung ( axial ) versetzen.
In Kombination mit dem Teller und seinem Lager, trägt dies, so Glaube ich, zu seinem nicht vorhandenen Klangbild bei.
Analoge Grüße
Ralf

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 21:04
von Tubes
Sehr eindrucksvoll ... :shock: ... :OK:

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 21:50
von Thargor
Klasse! Endlich mal richtige Infos zum Apolyt. Ich dachte bisher, das Ding gibts gar nicht :wink: :shock: :OK:

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 21:54
von Tubes
Ich habe, glaube ich, noch irgendwo einen Test 'rumfliegen.

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 22:40
von hasenbein
Moin.
Ralf, du hast ja nicht nur die schönste Frisur....

Deine Anlage zählt mit zu den interessantesten Anlagen, die mir im Internet bislang begegnet ist. Was mich persönlich interessiert ist, wie das Klangbild bei leisen Tönen sich aufbaut? Braucht es einen gewissen Pegel? Oder geht es auch leise?

Besten Gruß vom ebenfalls Haarlosen,

Alex

Verfasst: Fr 4. Mai 2007, 22:42
von Tubes
:shock: ... Manndawarmahaarda... ':mrgreen:'

Verfasst: Sa 5. Mai 2007, 08:06
von 2285b
Tubesox hat geschrieben:Ich habe, glaube ich, noch irgendwo einen Test 'rumfliegen.
Ja, der besagte Test von H. Rohrwild in der HIFIexclusiv 4/93. Habe leider nur eine s/w Kopie. Vielleicht kann Du ihn einscannen und als pdf hochladen. Ist m.E. sehr lesenswert und schöne Fotos sind auch dabei.

Gruß
Axel