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Dynaco ST 70 abgeraucht?
Verfasst: Sa 14. Jul 2007, 19:36
von dukeboris
Hallo,
Eben hatte ich ein unangenhmes Erlebnis. Mein Dynaco ST70 geht auf einmal aus. Kein Ton mehr.
- Alle Röhren glühen
- Sicherung ist in Ordnung
- keine sichtbaren Teile zerstört
- kein unangenhmer Geruch wie von durchgebrannten Teilen
- keine BIAS Spannung messbar (vorne gemessen, wo 1,56V steht)
- beide Kanäle tot
- Trafo wird nicht mehr so warm wie beim normalen Musikhören
Ich weiß das eine Ferndiagnose immer schwer ist. Was kann es denn alles sein?
Kann die Gleichrichterröhre platt sein?
Danke,
Boris
Verfasst: Sa 14. Jul 2007, 19:56
von erhard
Hallo,
falls nahezu Grabesstille, dürfte die GZ34 hin sein.
Gruß
Erhard
Verfasst: Sa 14. Jul 2007, 20:09
von dukeboris
Hallo Erhard,
Grbaesstille ist der richtige Ausdruck. Das beruhigt mich jetzt ein wenig. Dann werde ich mir wohl eine neue bestellen und dieses als erstes prüfen.
Hat jemand eine Empfehlung? Sollte allerdings einem Studentengehalt entgegenkommen. Also wie immer: gut und günstig!
Danke,
Boris
Verfasst: Sa 14. Jul 2007, 22:43
von AlexK
Hallo Boris ,
die besten und haltbarsten GZ34 sind die von Valvo/Philips/Mullard , Punkt . Da diese Röhre bei 4 Stück EL34 und hoher Aussteuerung sowieso schon ausgereizt ist ( Datenblatt ! ) , sollte man hier auf keinen billigen Ersatz zurückgreifen . Gute GZ34 sind immer noch für unter 100 Euro zu bekommen , aber bitte informiere dich vorher über die Merkmale der Originale . Eine originale GZ34 hält ewig ( wenn die Elkos keinen Kurzen machen ) , ich habe noch keine defekte gehabt oder gemessen .
MfG , Alexander .
P.S.: Ich habe noch vergessen zu sagen , daß natürlich ein defekter Elko die Ursache für eine defekte Gleichrichterröhre sein kann , also vorher testen oder testen lassen , bevor du eine neue , ev. teure Röhre reinsteckst , es sei denn , die Elkos sind neu .......
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 08:21
von dukeboris
Hallo Alexander,
Welche Elkos kommen denn in Frage? Ich bin ziemlich neu in der Röhrengemeinde und habe echt keine Ahnung welche du meinst. Ich traue mir zwar zu Elkos zu wechseln, doch kann ich mit deiner Aussage leider nicht viel anfangen, da ich keine Ahnung habe welche Elkos den Gleichrichter zerstören könnten.
Kann die GZ34 eigentlich defekt sein, obwohl sie glüht? Wo könnte ich beim ST70 eine Messung machen, um zu überprüfen, ob der Gleichrichter defekt ist ohne das Gehäuse im laufdenen Betrieb auf den Kopf zu stellen. Ich meine, ich würde gerne von oben irgendwo messen, da ja die Platine frei zugänglich liegt.
Danke für eure Hilfe,
Boris
PS: Was haltet ihr von diesen GZ34?
http://cgi.ebay.de/GZ34-JJ-Electronic_W ... dZViewItem
und
http://cgi.ebay.de/5AR4-GZ34-Sovtek-neu ... dZViewItem
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 10:10
von Hedlund
Hallo Boris,
wenn Du wissen willst ob die Röhre defekt ist, komm nach Dortmund und wir stecken sie in meinen Tubentester.
Grüße
Andreas
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 10:24
von erhard
Hallo Boris,
bin zwar nicht Alexander, aber zu den potentellen GZ-34- Killern
gehören in erster Linie Sieb- und Ladeelko. Gleichrichterröhren sind recht sensibel bezüglich der Strombelastung. Sind die nachfolgenden Elkos vor und auch nach der Siebdrossel defekt, kann das zu einem erhöhten Stromfluß kommen. Dieser ist messbar.
Falls Die ST70 noch im Originalzustand ist, handelt es sich um den Mehrfachelko neben der Gleichrichterröhre.
Messungen an der Platine sind in diesem Fall sinnlos, da diese schaltungsmäßig "hinter" dem möglichen Fehler liegen.
Du mußt m.E. von "unten" ran.
Eine leuchtende Röhre zeigt an, daß die Heizung intakt ist- nicht mehr!
Es gibt für diesen Verstärker ein wunderbares Manual (Aufbauanleitung) sowie Schaltpläne in Internet.
Falls Du Schwierigkeiten haben solltest, Finger weg- hier bewegen wier uns bei Spannungen um 450Volt!
Gruß
Erhard
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 11:04
von dukeboris
Hallo und danke für die Antworten,
Wie kann ich denn den Kondensatorbecher (so nenne ich das Aluding einfach mal) durchmessen? Habe damit keine Erfahrung. Das Ding kann man doch auch ersetzen. Ich habe von be.audiophil jede Menge Kondensatoren zu meinen ST70 Paket dazubekommen. Ich denke er wird sich was dabei gedacht haben. Vielleicht könnte ich mit eurer Hilfe die den Kondibecher ersetzen und durch einzelne tauschen.
Ich würde alles mit Fotos dokumentieren und mit eurer Hilfe bekomme ich das bestimmt hin
Gruß,
Boris
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 11:40
von erhard
Hallo Boris,
ich würde den Strom zwischen Gleichrichter und Ladekondensator messen, der dürfte dann so um 200mA liegen. Wenn deutlich mehr fließt, ist da ein Fehler bei den Kondensatoren zu vermuten. Messungen am Kondensator sind mit einfachen Mitteln wenig sinnvoll und kaum aussagekräftig.
Bitte kein Selbsmordversuch mittels Hochspannung hier dokumentieren.
Das sind Arbeiten, bei denen man wissen sollte, was tut!
Ich habe wenig Erfahrung im Umgang mit "Stromopfern".
Gruß
Erhard
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 12:00
von dukeboris
Hallo,
Ich denke ich werde das Gerät heute Abend mal schön von unten ablichten und ihr zeigt mir dann das Kabel an dem ich den Strom messen muss.
Und nein, ich habe keine Absichten Selbstmord zu begehen.
Ich würde sagen: bis heute oder morgen Abend.
Gruß,
Boris
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 13:03
von erhard
Hallo Boris,
für solch eine Messung bedarf es natürlich einer funktionierenden Gleichrichterröhre und die Stromführung muß zwischen Gleichrichterröhre und Ladekondensator - da Strommessung- unterbrochen werden.
Der Strom wird zuerst deutlich über 200mA ansteigen, sollte sich aber dann um diesen Wert einpendeln. Zur Messung bietet sich also eine Analoganzeige an.
Man braucht hierfür kein E-Technik-Studium, aber ein paar grundlegende Kenntnisse der Meßtechnik. Zumindest sollte der Unterschied zwischen Stro- und Spannungsmessung klar sein und die Fähigkeit, anhand des Röhrendatenblattes den entsprechenden Anschlußdraht zu finden. Mut allein reicht nicht!
Also noch einmal: Im Zweifelsfall Finger davon Lassen!
Gruß
Erhard
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 17:07
von dukeboris
Hallo,
Finde echt nett, dass du dir Sorgen machst. Allerdings kenne ich schon den Unterschied zwischen Strom und Spannung. Außerdem weiß ich sogar noch wo ich es am Multimeter finde. Des Weiteren habe ich am Multimete solche ausfahrbaren Klemmen, die ich am Kabel festzwicken kann. So wird die Verletzungsgefahrt minimiert. Ich befestige einfach die Klemmen an den entsprechenden Stellen und dann schalte ich das Gerät ein, ohn es zu berühren. Ist das gut und beruhigt dich ein wenig?
Wie gesagt: morgen nachmittag bzw. Abend.
Gruß,
Boris
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 18:08
von erhard
Hallo,
habe Dir eine PN zukommen lassen zwecks Studium.
Hast Du Dir schon eine Ersatzröhre besorgt, ansonsten gibt es wenig zu messen?!
Der von Stift 8 der Röhrenfassung zum Kondensator und zur Drossel abgehende Draht sollte unterbrochen werden zur Messung.
Das wäre es eigentlich, sollte also für Dich kein Problem sein!
Viel Erfolg
Erhard
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 20:42
von dukeboris
Hallo Erhard,
Leider habe ich keine PN erhalten. Habe noch keine Ersatzröhre. Ich werde also das Projekt nach hinten verschieben.
Noch eine letzte Frage: was haltet ihr von dieser hier?
http://cgi.ebay.de/Roehre-5Z4-russ-Mili ... dZViewItem
Die gefällt mir wegen der eigenwilligen Form sehr gut. Laut Beschreibung hält sie sehr lange und ist auch für eine Studenten erschwinglich.
Gruß,
BOris
Verfasst: Di 17. Jul 2007, 23:19
von miche
hallo boris
überprüf mal die widerstände im netzteil.

miche
Verfasst: Mi 18. Jul 2007, 08:25
von dukeboris
Hallo,
Habe diese schöne Flash Animation gefunden. so lernt man ganz ohne Stress den Umgang mit dem Multimeter
http://www.virtphys.uni-bayreuth.de/ele ... _multi.swf
Kann vielleicht jemand noch was zu der letztgenannten Röhre sagen?
@erhard: Handbuch bekommen per Mail. Handbuch von Version habe ich zwar schon, aber nur ausgedruckt und Version 2 hatte ich noch nicht. danke!
@miche: Ich werde das überprüffen, wenn das Ding offen ist und ich eine Ersatzröhre habe. Danke für den Tipp.
Gruß,
Boris
Verfasst: Mi 18. Jul 2007, 11:45
von erhard
Hallo Boris,
bei der Aussage
"Diese Gleichrichterröhre ist voll kompatibel mit der GZ 34 bzw. 5AR4 und liefert ebenfalls 1,8 - 2,2 A."
komme ich über den Wahrheitsgehalt der anderen Behauptungen arg ins Grübeln.
Gruß
Erhard
Verfasst: Mi 18. Jul 2007, 11:56
von dukeboris
Hallo Erhard,
In wiefern meinst du das? Ich habe von den Strömen der Gleichrichterröhren keine Ahnung. Oder spielst du nicht auf 1,8-2,2 A an?
Ich würde heute gerne noch bestellen.
Hat den vielleicht noch jemand einen Tipp bis 25€?
Gruß,
Boris
Verfasst: Mi 18. Jul 2007, 12:19
von erhard
Genau das meine ich! Wenn sich jemand blumig über die klanglichen Eigenschaften einer Gleichrichterröhre ausläßt, von ausgemessenen Exemplaren schwallt und dann den Heizstrom mit dem entnehmbaren Strom verwechselt, ist das schon merkwürdig.
Allerdings sind die russischen Röhren sooo schlecht auch nicht....
Gruß
Erhard
Verfasst: Mi 18. Jul 2007, 12:29
von Johannes LeBong
Moin!
Ist es sicher, dass die GL-Röhre kaputt ist?
Falls sie überlastet wurde (Kurzschluss z.B) wäre auch eine frische hoch gefährdet.
Es wäre wohl besser, jemand der sich mit Röhrentechnik auskennt, schaut sich den ollen Dynaco mal an und testet unter anderem auch die Röhren durch.
(Die laienhafte trial&error-Methode ist nicht immer kostensparend)
Röhren würde ich bei einem seriösen Händler kaufen. (Ich schätze mal die einschlägigen Adressen wurden hier in diesem Forum schon einmal aufgelistet)
Grüße, Jo
P.S. Gleichrichterröhren sollen nicht 'klingen' sondern einfach ihre Arbeit machen!