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"Cooler" Preamp mit 4 AA-Batterien - wie geht das?

Verfasst: So 11. Sep 2011, 21:29
von Katode
Hallo Forum,
der Hersteller Takamine hat ein Einbauvorverstärker für Akustikgitarren mit einer
Röhre 12 AU7 (ECC82) herausgebracht ("Cool Tube"). Mit der von Takamine entwickelten "Niederspannungs-Treiberschaltung glüht die Röhre nicht und setzt keine große Hitze frei, die das Tonholz der Gitarre beschädigen könnte". Wie geht das denn?
Ich habe eine Gitarre mit diesem Preamp angespielt und kann einen entsprechenden Sound bestätigen. Der Röhreneffekt lässt sich stufenlos einregeln. Funktioniert recht gut.
Ich weiß: Das hier hat nichts mit HiFi zu tun, aber ist das ein Ergebnis moderner Technik oder (wie so oft) ein alter Hut, neu "erfunden"??

Danke für Informationen und Gruß

Verfasst: Di 13. Sep 2011, 12:26
von princisia
Hallo,

zur Technik kann ich auch nichts zielführendes beitragen. Aber ich habe schon sehr oft einer röhrenbeseelten Takamine per PA zugehört und liebe ihren strahlenden Klang. :ebh: Leider hat ihr Eigner gerade auf eine eine Ovation gewechselt.... und wundert sich, dass er neben seinem flirrenden Duopartner (mit spanischer Gitarre) jetzt kaum noch heraushörbar ist.

Herzliche Grüße
Pit

Verfasst: Di 13. Sep 2011, 22:01
von marty
Hallo zusammen,

ich habe mich mal bei Takamine auf der Webseite umgesehen. Anscheinend wird die Röhre sozusagen mit zu niedriger Spannung "unterheizt".
Takamine schreibt: "Ein paar Grad wärmer als die Umgebungstemperatur".

Die niedrige Anodenspannung ist nicht unbedingt das Problem, hier gibt es einige Gitarrenefektgeräte mit ähnlichen Daten.

Im Prinzip sind sowohl zu wenig, als auch zu viel Heizspannung für die Lebensdauer der Röhre nicht gerade zuträglich.

Trotzdem, jetzt bin ich neugierig, ich werde beim nächsten Besuch im Musikladen eine entsprechende Takamine mal in die Hand nehmen.

Viele Grüße
Martin

Verfasst: Di 27. Sep 2011, 08:40
von Vinni
Die Kosten für eine _12 AU7_ in vllt. einem halben Jahr bringt einen dann auch eher nicht um, oder?
Generell kann ich mir vorstellen dass die Röhre einfach zum Verzerren der Gitarre genutzt wird - sonderlich linear kann sie ja in diesem Betrieb denke ich nicht sein?! Aber Verzerren möchte man ja in der Regel auch bei E-Gitarren :OK:

Verfasst: Mo 3. Okt 2011, 14:10
von Katode
Hallo Vinni,
diese Gitarre ist ein absolut akustisches Instrument, eben mit Tonabnehmerfunktion. Jedenfalls ist die Schaltung nicht als Verzerrer gedacht und sie klingt linear. Ist mir nach wie vor ein Rätsel wie man (na ja, sagen wir kommerziell) eine Röhre derart ausserhalb der Spezifikationen betreiben kann. Ich kenne für die 12AU7 6,3V Heizspannung. Dass darunter (beabsichtigt) auch was geht ist mir neu. Offensichtlich emittiert die Heizung da schon genug Elekronen um die Röhre als Verstärker zu benutzen?! Warum muss man sonst aber recht penibel auf eine möglichst genaue Heizspannung achten?? javascript:emoticon(':?:')

Gruß

Verfasst: Mo 3. Okt 2011, 16:35
von DB
Hallo,
Katode hat geschrieben:diese Gitarre ist ein absolut akustisches Instrument, eben mit Tonabnehmerfunktion. Jedenfalls ist die Schaltung nicht als Verzerrer gedacht und sie klingt linear.
hast Du das nachgemessen?
Katode hat geschrieben: Ist mir nach wie vor ein Rätsel wie man (na ja, sagen wir kommerziell) eine Röhre derart ausserhalb der Spezifikationen betreiben kann.
Das zeigt eigentlich nur, wie duldsam Röhre und menschliches Gehör sind.
Katode hat geschrieben:Ich kenne für die 12AU7 6,3V Heizspannung. Dass darunter (beabsichtigt) auch was geht ist mir neu. Offensichtlich emittiert die Heizung da schon genug Elekronen um die Röhre als Verstärker zu benutzen?! Warum muss man sonst aber recht penibel auf eine möglichst genaue Heizspannung achten?? javascript:emoticon(':?:')
Also erstens emittiert eine Katode nicht schlagartig, sobald der Faden eine Heizspannung von 6,3V sieht. Zweitens ist es im Hinblick auf eine optimale Lebensdauer der Röhre (und evtl. abzuleitende Garantieansprüche) vorteilhaft, sie innerhalb ihrer Spezifikationen zu betreiben.


MfG
DB