Hochpegelvorstufe mit der UX201A

Verstärker selbst bauen

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VinylSavor
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Hochpegelvorstufe mit der UX201A

Beitrag von VinylSavor »

Hallo!

Um die Kette komplett zu machen hier noch eine Linestufe. Erstmal Fotos:

[IMG:150:143]http://img186.imageshack.us/img186/9972 ... ej1.th.jpg[/img][IMG:1]http://img186.imageshack.us/images/thpix.gif[/img]

Das Netzteil:

[IMG:114:165]http://img186.imageshack.us/img186/4500 ... dc0.th.jpg[/img][IMG:1]http://img186.imageshack.us/images/thpix.gif[/img]

Die UX201A ist eine direkt geheizte Triode mit thorierter Wolfram-Kathode. Die Roehre ist sehr alt und wurde in der Ballon-Form von 1926 - 1933 gefertigt. Eine der ersten Roehren, die in grossen Stueckzahlen fuer Radios produziert wurde. Die Roehre ist innen fast vollstaendig mit Getter-Material verspiegelt, so dass man kaum was vom Inneren sieht.

Die Gleichrichter im Netzteil sind Quecksilberdampfdioden, die 866A. Alternativ koennen auch TV-Damper Dioden gesteckt werden, hier sind Fassungen fuer die 6CG3 bereits parallel verschaltet.

Schaltplan Linestufe:

[IMG:150:128]http://img372.imageshack.us/img372/6695 ... va4.th.jpg[/img][IMG:1]http://img372.imageshack.us/images/thpix.gif[/img]

Netzteil:

[IMG:150:135]http://img372.imageshack.us/img372/7104 ... tb7.th.jpg[/img][IMG:1]http://img372.imageshack.us/images/thpix.gif[/img]

Auch hier war das Ziel Kondensatoren im Signalweg komplett zu vermeiden. Hier wird der letzte Kondensator durch einen Widerstand ersetzt, der als Nebenprodukt gleich auch noch die Heizspannung aus der Hochspannung runterteilt.

Der im Schaltplan gezeigte induktive Lautstaerkesteller ist extern und auf dem Foto nicht zu sehen. Sehr gute induktive Lautstaerkesteller gibt es z.b. bei intactaudio.com schon ab 200US$ pro Paar.

Die UX201A ist allerdings nichts fuer Puristen. Sie hat einen gewissen Eigenklang. dabei werden keine Details verschliffen oder die Bandbreite begrenzt. Sie legt einfach einen leichten Zuckerguss ueber das Klanggeschehen. Das kann im Zusammenspiel mit einem etwas harschen CD-Player genau richtig sein.

Der NP-8 ist hier am 150 Ohm Ausgang beschaltet. Die Verstaerkung der Stufe kommt nur vom Eingangsuebertrager. Durch Weglessen oder einer anderen Beschaltung desselben koennen Verstaerkungen von 0dB bis 18dB erzielt werden.

Gruss

Thomas
dht
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Beitrag von dht »

Das sieht sehr interessant aus. Welchen Vorteil bietet es die Fadenspannung aus der Anodenspannung zu generieren? Warum benutzt du 866A. Die habe ich in meinen Endstufen (Leistungsaufnahme 500W). Selbst in der 45er Endstufe nehme ich nur die kleine 816A.
Gut, die Optik ist da natürlich super! Aber ne 83 oder AX50.....!
Hast du keine Probleme mit Brummen, Rauschen oder Knistern bei den alten Schätzen! Bei dem Versuch so etwas ähnlichen zu bauen bin ich bei der UX226 gelandete und hatte einige Probleme. Z.z. läuft eine Poströhre, ebenfalls direktgeheizt eine 4606 von Philips. Aber auch da kämpfe ich gegen das Brummen (Empfindlichkeit der Lautsprecher liegt allerdings auch bei 106dBWm).

Gruß

Carsten
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VinylSavor
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo!
dht hat geschrieben:Welchen Vorteil bietet es die Fadenspannung aus der Anodenspannung zu generieren?
Ausgangspunkt war die Frage, wie der letzte Kondensator in der Siebkette, der ja im Signalkreis ist, eliminiert werden kann. Der Kondensator kann z.B. durch eine 2. Roehre ersetzt werden, entweder als shunt-Regelroehre, oder man geht auf ein differentielles Konzept, wie in der Phono im anderen thread. Oder man ersetzt den C durch einen passiven shunt, einen Widerstand. Dieser sollte im Vergleich zum Innenwiderstand der Roehre klein sein, was hier gegeben ist. Als Nebenprodukt ergab sich dann die Moeglichkeit damit auch gleich die Fadenspannung zu erzeugen.

dht hat geschrieben:Warum benutzt du 866A.
Heizstrom der UX201A=250mA, gemeinsames Netzteil fuer beide Kanaele -> 500mA. Etwas knapp fuer die 816 und keine Chance fuer die 83. Und natuerlich Optik. Wie gesagt, alternativ geht die 6CG3. Sieht aber im Vergleich langweilig aus.

dht hat geschrieben:Hast du keine Probleme mit Brummen, Rauschen oder Knistern bei den alten Schätzen!
DieseLinestufe ist brummfrei und auch sehr rauscharm. Es gab zeitweise ein Knistern in einem Kanal. Roehrenpins und Fassungskontakte muessen sauber sein und fest sitzen. Die Versorgung ist ordenlich gesiebt. LCLC Filterung im Netzteil und dann nochmal LR in der Linestufe. Mikrophonie ist etwas heikel. Die Sockel sind mit Neoprenringen gedaempft.

dht hat geschrieben:Bei dem Versuch so etwas ähnlichen zu bauen bin ich bei der UX226 gelandete und hatte einige Probleme. Z.z. läuft eine Poströhre, ebenfalls direktgeheizt eine 4606 von Philips. Aber auch da kämpfe ich gegen das Brummen (Empfindlichkeit der Lautsprecher liegt allerdings auch bei 106dBWm).
Heizspannung sieben, sieben und nochmal sieben! Oder mit Stromregler arbeiten. gerade die UX226 ist recht Heikel in Bezug auf Heizungsbrumm und Mikrophonie. Gerade in einer Vorstufe wird jeder Dreck auf der Heizung bei einer direkt geheizten Triode hoerbar.

Ich habe zur Zeit eine Phonostufe, komplett mit direkt geheizten Trioden am laufen, einschliesslich der ersten Stufe nach dem MC-Uebertrager. Z.Zt komplett mit 801 bestueckt.

Gruss

Thomas
Ceol

Beitrag von Ceol »

Hallo,

was ist von Schaltnetzteilen für die Heizspannung bei der UX 201 oder generell bei direkt geheizten Röhren zu halten?

Gruß,
Tommy
dht
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Beitrag von dht »

Hallo Thomas, besteht die Möglichkeit sich dein Konzept einmal anzuhören. Deine Schaltungen finde ich hoch interessant.

Gruß

Carsten
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo!

@Tommy: Ich habe selbst keine Erfahrung mit Schaltnetzteilen gemacht. Prinzipiell: Warum nicht, in solch ein Konzept wie das mit der alten UX201A passts aber nicht wirklich.

@Carsten: Ja, hoeren kann man gerne mal machen. Allerdings laeuft die UX201 Vorstufe z.Zt. nicht in meiner Anlage sondern eine 801A.

Gruss

Thomas
dht
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Beitrag von dht »

Oh, Thomas - ich bin da nicht soooo anspruchsvoll :)
Mir geht es um´s Konzept. Das, und der Preis sind die Gründe warum ich mit der Bauerei angefangen habe. Und das was du da machst klingt eigentlich alles interessant. Es gibt ja aus der Industrie nichts was dem gleichkommt. Ausser vieleicht noch audiotekne.
Also, wo ist denn dein Domizil. Kannst mich ja mal anmailen.

Gruß

Carsten
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Beitrag von mb-de »

Hallo Tommy!
albino07 hat geschrieben: was ist von Schaltnetzteilen für die Heizspannung bei der UX 201 oder generell bei direkt geheizten Röhren zu halten?
Solange dieselben ordentlich aufgebaut sind (Schaltrauschen der Gleichrichter gut unterdrueckt), eine hohe Schaltfrequenz haben, die weit ueber dem Audiobereich liegt, und den Heizfadenkaltstrom vertragen, funktioniert das prima.

Ich habe das erfolgreich zum Beheizen der 300B, der 6S4S, der WE205D/F und der DC25 benutzt - Heizungsbrumm kommt damit nicht mehr vor.

Gruss

Micha
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PS: Den Aspekt des Purismus sollte man allerdings vergessen - unter dem verbaut man mit Roehren keine Schaltnetzteile. In dieser Hinsicht finde ich Thomas M.'s Ansatz genial - Heizung aus der Anodenversorgung, die damit gleich ihren bleeder hat, der den Mindestrom fuer das Netzteil mit L-Eingang zieht...
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Beitrag von dht »

Gibt es Firmen die Schaltnetzteile bauen, die für unsere Belange optimal sind? Vielleicht auch spezielle Typen? Wie ist es wenn ich z.B. nur 2Volt benötige? Kann ich einen Spannungsteiler hinter ein Schaltnetzteil setzen, oder mach es dann Probleme?

Gruß

Carsten
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Beitrag von mb-de »

Hallo Karsten!
dht hat geschrieben:Gibt es Firmen die Schaltnetzteile bauen, die für unsere Belange optimal sind? Vielleicht auch spezielle Typen? Wie ist es wenn ich z.B. nur 2Volt benötige? Kann ich einen Spannungsteiler hinter ein Schaltnetzteil setzen, oder mach es dann Probleme?
Ich bin da zugegebnermassen ziemlich pragmatisch - in letzter Zeit habe ich das Innenleben von Notebook- und Steckernetzteilen aus dem Fachhandel bzw. vom Elektronikschrott verbaut, wobei ich auf den zulaessigen Anlaufstrom, hohe Schaltfrequenz, geringe Streufelder und soliden (sicheren) Aufbau der Platine achtete. Es hilft dabei, die passende Messtechnik zu haben oder darauf zugreifen zu koennen... die Unterschiede zwischen den Netzteilen sind recht gross.

Der Einsatz von Vorwiderstaenden ist uebrigens unproblematisch und (bis auf die zusaetzliche Verlustleistung an denselben, die man natuerlich abfuehren muss) unbedingt sinnvoll - der Einschaltstromspitzenwert bei kaltem Faden reduziert sich...

Gruss

Micha
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Carsten,

sicher kann man Schaltnetzteile nehmen, allerdings sollte man dann genau wissen was man tut. Bei solchen direkt geheizten Roehren, insbesondere bei Vorstufenanwendungen, wird die Heizversorgung extrem auf das klangliche Ergebnis durchschlagen. Ganz anders als bei indirekt geheizten Roehren.

Wenn man keine aufwaendige Loesung realisiert und die Heizspannung mit Drosseln filtert (ohne C ueber dem Heizfaden) dann sollte man zumindest eine Stromquelle vorsehen. Diese kann sehr einfach ausfallen und aus einem LM317, als Stromregler geschaltet bestehen. Oder auch eine beliebig kompexe Anordnung werden. Bei einer Stromquelle wird man um einen Kondensator ueber den Heizfaden nicht rumkommen um das Rauschen des Stromreglers zu killen.

Wenn Du ein Schaltnetzteil verwendest und die Ausgangsspannung runter kriegen musst, dann bietet sich eine nachgeschaltete Stromquelle an.

Gruss

Thomas
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Beitrag von mb-de »

Hallo Thomas,

Du hast natuerlich Recht - man muss schon genau aufpassen und verstehen, was man hier tut - und auch die von Dir beschriebene Versorgung ueber Konstantstromquelle macht Sinn.

Fuer die werten Mitleser:

Wenn man SNTs benutzt, solle man immer an das Folgende denken...

Schaltgeraeusch der Gleichrichter und Koppelkapazitaeten ueber den Netztrafo vor dem 'klassischen' Netzfrequenzfilters koennen den Spass ordenlich verderben.

Mit modernen Schaltnetzteilen faellt die Koppelkapazitaet fast ganz weg, dafuer hat man eventuell HF-Gleichtakt- oder Gegentaktstoerungen, die zudem mit den Oberwellen der Netzfrequenz moduliert sind.

Ich suche mir deswegen immer Netzteile, die geringe Kopplungskapazitaeten und wenig Stoerspannung an den Klemmen haben - zudem kommt ein breitbandiger Filterkondensator von einigen zehn Mikrofarad direkt an der Roehrenfassung ueber die Heizung.

Ausserdem lohnt es sich dann, je direkt geheizte Roehre ein Netzteil zu haben, auch wieder, um Verkopplungen zu vermeiden.

Beste Gruesse

Micha
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Ceol

Beitrag von Ceol »

Hallo,

welche SNT's wären denn konkret zu empfehlen?

Gruß,
Tommy
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Beitrag von mb-de »

Hallo Tommy!
albino07 hat geschrieben: welche SNT's wären denn konkret zu empfehlen?
Ich moechte da keine Namen vorgeben, da fast alle nur Handelsnamen benutzen, und die eigentlichen Hersteller oft erst beim Oeffnen des Gehaeuses sichtbar werden...

Gruss

Micha
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PS: Ich bin noch nicht zum Fotografieren gekommen...
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