Spannungsstabilisierung der Anodenspannung bei VV

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Hallo
gelöscht
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Spannungsstabilisierung der Anodenspannung bei VV

Beitrag von Hallo »

Hallo,
mich würde mal interessieren, wie die Konstrukteure es hier mit der Anodenspannung bei ihren VV halte.
Ich habe gute Erfahrung mit einer stabilisierten Anodenspannung gemacht. Zurzeit habe ich als Längsregler eine EL86 eingesetzt, diese wird von einer EF86 über einen Glimmstabilisator OA2 gesteuert.
Die EL86 besitzt auch den Vorteil, dass sie wenig Regelspannungsdifferenz benötigt und einen U f/k von 300 V hat.

Wie haltet ihr es also mit der Anodenspannung?

Grüße

Jürgen
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Beitrag von mb-de »

Hallo Juergen!

Fuer Phonovorstufen verwende ich entweder (C)LCLCLC oder (C)LC-Shuntregler-LC, fuer Linepegel auch (C)LC-Shuntregler oder CLC-amplified capacitor, Gleichrichtung mit schnellen Dioden in Graetzbruecke - manchmal eine (halb)indirekt geheizte Gleichrichterroehre als Einschaltverzoergerung.

In der Vergangenheit habe ich oft CLC + Halbleiter-Laengsregler fuer beides benutzt - hochgelegte LM117/317 plus spannungsfeste Transistoren, wenn mehr als 35 V ueber den Regler abfielen, ansonsten einfach einen hochgelegten LM117/317 mit Schutzdioden.

Fuer die Heizung nehme ich bei indirekt geheizten Roehren i. A. Wechselstrom, oder, wenn es denn unbedingt Gleichstrom sein muss, primaergetaktete Schaltnetzteile mit Schaltfrequenz ueber 100 kHz - das funktioniert auch sehr gut fuer direkt geheizte Roehren - man muss nur auf kleine Kopplungskapazitaet zum Netz achten - und vielleicht zur Gewissensberuhigung noch ein Filter aus einer Entstoerdrossel (2*4,7..10mH/10..16A) und einem 22uF-Vielschichtkondensator (z. B. Nippon Chemi-Con THD) dazwischenschalten.

Die Standard-Laengsreglerschaltungen wie die Deinige rauschen fuer Phono meisst noch ein wenig zuviel - ausserdem liegt der Regler im Signalweg, muss also eine grosse Bandbreite haben, und mindestens so linear arbeiten wie die eigentlichen Verstaerkerstufen - es sei denn, man ueberbrueckt den Regler am Ausgang mit einem sehr grossen C - und verdammt ihn damit dazu, nur bei tiefen Frequenzen wirksam zu sein.

Bei Eintakstufen mit grosser Signalamplitude (sprich im Bereich, in dem sich die Nichtlinearitaet der Roehren in der Stromaufnahme schon bemerkbar macht, und diese nicht mehr im Mittel konstant bleibt, wie bei A-Betrieb gerne angenommen) kann man den Einfluss des Reglers und seines Einschwingverhaltens schoen messen - ob man es hoert, ueberlasse ich den goldenen Ohren der Benutzer...

Interessant ist es auch, sich mal mit dem Oszi das Erholverhalten der Regler anzuschauen, wenn sie mit einem Lastsprung beaufschlagt werden...

Gruss

Micha
=->
PS: Im Zahlberg (Praezisionselektronik) sind einige roehrenbestueckte Regelschaltungen beschrieben, die so gut sind, dass ihr Einfluss auf das Signal vernachlaessigbar ist - aber die Teile sind dann auch recht aufwendig.
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Hallo
gelöscht
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Beitrag von Hallo »

Hallo Micha,

was ist denn der Zahlberg (Präzisionselektronik) - wie komme ich da ran?

Danke,

Grüße

Jürgen
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mb-de
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Beitrag von mb-de »

Hallo hat geschrieben: was ist denn der Zahlberg (Präzisionselektronik) - wie komme ich da ran?
Das ist ein Buch, welches vor langer Zeit von Philips herausgegeben wurde - und ab und an mit grossen Schwierigkeiten und nicht eben billig bei ZVAB oder anderen Antiquariaten zu finden ist.

Trotzdem eine unbedingte Empfehlung...

Gruss

Micha
=->
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