Aber ich muß sagen, komisch, häufig sind diese alten - akustisch unvollkomenen - Aufnahmen emotional sehr mitreißend. Da ist Spannung drin, Energie und Freude !

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Ich kaufe die meisten meiner Tonträger für vernünftiges, oftmals kleines Geld auf Plattenbörsen, Flohmärkten oder bei den 1,5 Mio ebay Schallplatten ein. . .
Ich möchte Musik und keinen Sound hören, zumindest meistens. . .
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So geht's mir auch. Ebay und ähnliches. Zumal es Musik, die meinen Geschmack (und meine Sammlungslücken

) erfüllt, nirgendwo mehr in Sonderangeboten gibt, außer vielleicht bei 2001. Ich habe früher geduldig jahrelang auf meine Chancen gewartet und dann zugeschlagen. Es geht nicht anders, und es liegt im Warten auf Interessantes auch ein gewisser Reiz. Nach und nach rutschten alle Police-CDs ins Midprice-Segment, um ein Beispiel zu nennen.
Der heutige Unterschied zu früher ist banal:
Die Industrie liefert nix interessantes mehr, das gibt's nur noch per Ebay oder Japan, oder...
Ich hatte fast anderthalb Jahre nix neues mehr gekauft! Die Tonträgerindustrie jammert und nutzt die in Germanien traditionell starken Lobbyismusmechanismen, verschließt aber die Augen vor der Wirklichkeit, sprich: Ebay&alt. Musik - gerade auch schlechte - rutscht durch Plattformen wie diese jetzt so lange hin und her, bis sie den Hörer gefunden hat, der damit zufrieden ist. Man muss nicht mehr auf Gedeih und Verderb behalten, was sich als Fehlgriff erwiesen hat, und umgekehrt kann jetzt gezielt Gebrauchtpreisware suchen, wer seine Wünsche klar formulieren kann. Folglich sinkt die Nachfrage am Neu-Markt: Kritische Kunden sind nicht mehr alleine auf Plattenläden angewiesen. Statt sich jedoch um Qualität und seriöses Preis-Leistungs-Verhältnis zu bemühen, wird fleißig weiterhin mit so genannten "Megaevents/-acts/-etc" Klientel bedient, die sich visuell beindrucken läßt, sprich: Es werden von der
Tonträgerindustrie weiterhin sehr teure, aber blutleere "Produkte" ohne Erinnerungswert veröffentlicht, die schon nach wenigen Monaten keiner mehr haben will. Sie lernen's nicht.
Für mich muß die Hardware in der Lage sein, auch aus klanglich unbefriedigenden Aufnahmen, den emotionalen Gehalt in eindruchsvoller weise wiederzugeben.
Das ist meine Definition einer guten Anlage.
Ich finde ich es auch reichlich schwachsinnig Musik nur nach der klanglichen Qualität zu selektieren...
Mir ging neulich eine in Deutschland(!) angebotene Mini-LP-CD einer
unsäglich schlechten Aufnahme durch die Lappen, weil ich vor Auktionsende nochmal mein Bankkonto gecheckt habe. Auch ein fantastischer Zen-Tonmeister kann aus diesem Mutterband keine Wunder mehr erschaffen. Egal.
Resultat (und damit meine ich jetzt nur die nicht ersteigerte
Musik):
Pendragon: 9:15 live
Und die normale macht auch per Cayin Spaß. Ist so ne Art official bootleg.
Fazit: Ich höre Musik
der Emotionen wegen, nicht wegen des Sounds. Und jeder, der hier von sich etwas anderes behauptet, würde mich zutiefst erstaunen. Auch die Soundfetischisten (die wir ALLE sind), sind auf der Suche nach
noch mehr innerer Anteilnahme beim Musikhören. Gefühl!
Desdeweche simmer doch hier!
