vintage64 hat geschrieben:wirklich beeindruckendes "Feuerwerk" !
Wenn der klanglich auch nur halb so lecker ist, wie er aussieht ...
Der Amp klingt tatsächlich sogar noch weit, weit besser als er Nachts aussieht
vintage64 hat geschrieben:
Hast Du mal was zur Lebensdauer einer 813 gelesen ? Die 845 soll doch beeindruckend lange halten. Habe irgendwas von >10.000 h in Erinnerung.
Soweit ich weiß hält so ein thorierter Wolfram Heizdraht sehr viel länger als zb. ein Oxid-Heizdraht (Dunkelleuchter ) einer 300B.
Gruß.
Michael
Eine saarländische Lebensweisheit: Hauptsach gud gess.
vintage64 hat geschrieben:Hallo Thomas,
herzlichen Dank für Deine ausführlichen Hinweise und Tipps !
Muß ich gerad' mal abspeichern ...
Gern geschehen
vintage64 hat geschrieben:Ist es nicht so, daß bauartbedingt Verstärker mit Single Ended Trioden immer einen Restbrumm haben ?!
Wie Michel schon geschrieben hat, stimmt das so nicht. Was allerdings stimmt ist, dass direkt geheizte Trioden, die mit Wechselspannung geheizt werden einen gewissen Restbrumm haben. Dieser kann meist mittels Entbrummpoti minimiert werden. Durch sorgfaeltiges layout kann dieser Restbrumm soweit ausgenullt werden, dass er nicht mehr stoert und nur zu hoeren ist, wenn man in den Basstoener reinkriecht.
Roehren wie die 2A3 oder 45, die mit 2,5V geheizt werden koennen auch mit Wechselspannungsheizung sehr brummarm realisiert werden. Ein wenig schwieriger ist das bei der 300B, die mit 5V heizt. Bei Roehren wie der 211 oder 845, die mit 10V heizen, ist es sehr schwierig einen Restbrumm von der Wechselspannungsheizung auszunullen, letztere werden deshalb auch meist DC geheizt.
Eintaktschaltungen reagieren staerker auf Restwelligkeiten auf der Hochspannung. Diese heben sich bei Gegentakt in den 180 Grad versetzt arbeitenden Zweigen weitgehend auf. Gegentaktschaltungen haben eine bessere "power supply rejection ratio (PSRR)". Diese gibt an wieviel Anteil der Restwelligkeit in der Versorgungsspannung einer Schaltung zum Ausgang durchwirkt.
Wegen der geringeren PSRR muss die Hochspannung bei single ended amps besser gefiltert werden. Idealerweise mit Hilfe von Drosseln.
Saarmichel hat geschrieben:Soweit ich weiß hält so ein thorierter Wolfram Heizdraht sehr viel länger als zb. ein Oxid-Heizdraht (Dunkelleuchter ) einer 300B.
Senderoehren sind in der Tat meist deutlich robuster. Ich benutze selbst mehrere amps mit thorierten Heizern (211, 801A). Meine 211 laufen schon seit ueber 10 Jahren. Von den 4 211 (je 2 als Treiber und Endroehre) hat eine nach 10 Jahren etwas an Emission nachgelassen und ich habe sie getauscht. Die Roehren laufen bei mir mit maximaler Betriebsspannung und Verlustleistung.
Ein Satz meiner 801A Monos ist seit ca 8 Jahren in Betrieb und alle Roehren messen sich noch wie neu.
Thorierte Wolfram Kathoden sind aber recht sproede und koennen bei mechanischer Beanspruchung brechen. Deshalb sollten sie mit entsprechender Vorsicht gehandhabt werden. Es empfiehlt sich auch Senderoehren immer aufrecht zu lagern, damit der Heizfaden nicht seitlich durchhaengt.
Allerdings wird auch von sehr langen Lebensdauern der alten Western Electric 300B aus Originalfertigung berichtet. Man hat da schon von 40.000 Betriebsstunden gehoert.
Es gibt uebrigens die Moeglichkeit ausgelutschte Roehren wieder zu aktivieren ("rejuvenation"). Das Verfahren ist unterschiedlich fuer Oxid- und Wolframkathoden. Thorierte Wolfram Kathoden betreibt man dafuer eine gewisse Zeit mit stark erhoehter Heizspannung und ohne Anodenspannung. Dadurch kann sich die Thoriumschicht an der Kathodenoberflaeche erneuern, durch Thoriumatome, die durch die hohe Temperatur an die Oberflaeche kochen (oder so aehnlich, wie der chemische Prozess genau ablaeuft muesste ich nochmal nachlesen, auch die Werte fuer das Erhoehen der Heizspannung und -Dauer). Natuerlich kriegt man dadurch keine neue Roehre, sondern man kriegt vielleicht nochmal 25% der Lebensdauer.
habe noch etwas Urlaub in diesem Jahr und so konnte ich heute vormittag zumindest mal etwas testen. Die Monos hingen an verschiedenen Leisten (jedoch an einer gemeinsamen Steckdose). Ein Umstecken - beide in Leiste 1 - brachte jedoch keine Änderung.
Habe nochmal beim Ausschalten genau hingehört und tatsächlich: der linke amp ist beinahe lautlos, nur der rechte brummt vernehmlich vor sich hin.
Als nächstes will ich erstmal den Bias checken. Dann ggf. den rechten amp an einer Teststrecke mal mit 115V fahren. Mir gehts ja in erster Linie um den Trafobrumm und der dürfte sich durch "Ohr dranhalten" gut checken lassen. Mal schauen, wann ich dazu komme. Muß erstmal noch ein zwei andere Vorhaben zu Ende führen (u.a. neuen Computer basteln, Juli@ Soundkarte einbauen und versuchsweise mal eine CD auf Revox B215 mastern ... ).
Grüße,
Henning
Bewährte Rundfunk-Tugenden, neu definiert durch 100-jähriges Kupfer und die Ehrlichkeit einer Magnepan
Wenn es Dir vernehmlich um mechanischen Trafobrumm geht, da bringen die von mir beschriebenen Massnahmen natuerlich nichts.
Mechanischer Trafobrumm kann uebrigens in den besten Familien vorkommen. Auch bei vakuumgetraenkten Trafos. Insbesondere bei hohen Spannungen und Filterung mit L-Eingang sind die Trafowindungen ziemlich am Schwingen. Auch bei getraenkten Trafos, kann sich da durchaus mal eine windung los-vibrieren und etwas Rabatz machen. Hab selber ein paar solcher Kandidaten die mechanisch etwas brummen.
Bei mechanischem Brummen gilt es den Trafo vom Gehauese zu entkoppeln und mechanisch zu bedaempfen.
bin mir eben nicht sicher, ob es "nur" mechanischer Trafobrumm ist.
Jetzt wo Du es aber ausdrücklich erwähnst, fällt mir ein, daß der (geringe) Brumm, der aus den Tönern selbst emittiert wird, auf linkem und rechtem Kanal identisch ist. Er ist also nicht etwa aus dem rechten Töner stärker vernehmbar. Das könnte imho tatsächlich für ein mechanisches Problem sprechen.
Also werde ich auch mal bei beiden amps die Trafohauben lösen und einen genauen optischen Vergleich anstellen. Vielleicht ist nur die Entkopplung beim rechten Block - möglicherweise beim Transport - "verrutscht". Werde die Photos dann im MC-845C thread einstellen.
Danke für diesen neuen Hinweis. Darauf wäre ich so nicht gekommen !
Grüße,
Henning
Bewährte Rundfunk-Tugenden, neu definiert durch 100-jähriges Kupfer und die Ehrlichkeit einer Magnepan
vintage64 hat geschrieben:
bin mir eben nicht sicher, ob es "nur" mechanischer Trafobrumm ist.
Henning:
dann klemm doch mal die LS ab und mache statt der Speaker einfach jeweils einen Widerstand (als Schutz) an die Ausgänge. Dann weiß man doch, ob es nur der mech. Brumm oder ob der vom Speaker kommt.
Man könnte auch mit einem Schraubendreher oder so vorsichtig auf die Trafos drücken und den Griff an's Ohr halten - so wie ein Arzt sein Stetoskop verwendet. Dann kann man auch die Geräusche besser orten!
Wenn es eine Trafowicklung ist, was mich nicht überraschen würde, gäbe es kaum Abhilfe außer den Trafo zu tauschen.
ich habe Regal-Zweiwegeboxen, die praktisch keinerlei Brumm übertragen. Die werde ich zwecks Überprüfung verwenden.
Falls ich keine lose Trafo-Wicklung finden sollte, auch bei 115V das Brumm-Verhalten gleichbleibt, beide Trafos auch sonst ordentlich entkoppelt sind, ja dann ...
werde ich wohl alles lassen wie es ist.
Denn, soo schlimm ist es nicht. Es hindert mich nicht daran, die Musik zu genießen. Auch in leisen Passagen nicht. Ganz leise wäre halt optimal.
Aber bei dem Schnapp-Preis sag' ich nix.
Vielleicht kauf' ich mir irgendwann noch ein zweites Paar und mit etwas Glück ist noch ein leiser Block dabei ...
Grüße,
Henning
Bewährte Rundfunk-Tugenden, neu definiert durch 100-jähriges Kupfer und die Ehrlichkeit einer Magnepan
so, nach ewigem hin und her mit dem Händler habe ich jetzt einen 2. Amp gekauft und die Ersatzteile dazubekommen.
Alles auf Anfang: auspacken, checken, einschalten, geht nicht.
Rechter Kanal alles iO, links bleibt stumm und kalt. Da ich aber lernfähig bin, habe ich sofort wieder abgeschaltet.
ok, Messgerät wieder auspacken, Röhren checken und siehe: linke Heizung defekt. Den Widerstandstand an der Heizung der defekten Röhre hats auch pulverisiert...
Toll.
Naja, habe ja noch 2 Ersatzröhren für den ersten Amp bekommen, also ausgepackt und fast wahnsinnig geworden: bei einer ist das Innenleben so schief, das Porzelanteile abgebrochen sind und das Teil rasselt wie sonstwas.
Und die 2. hat (wundert mich irgendwie gar nicht) eine hochohmige Heizung.
Also habe ich jetzt hier 2 Amps mit 6 Röhren, davon 4 defekt.
Die beiden offensichtlich funktionierenden habe ich dann mit Saarmichel am Telefon peinlichst genau vermessen, diverse andere Messungen durchgeführt und wir sind dann zum Schluß gekommen, man könne jetzt mal einschalten.
Und tatsächlich: keine Funken, kein Rauch, nur helles leuchten und: MUSIK!
Ich fasse es nicht.
Nach einigem Schock bekämpfen spielt er tatsächlich wie man es sich vorstellt: kein Brumm, kein Rauschen, Spratzeln oder sonstwas: er ist ruhig.
Und er hat Leistung, Kontrolle, Bühne. Ich bin sehr zufrieden.
Nein.
Ich bin begeistert. Habe in den letzten Tagen jeden Abend gehört und bereue es immer mehr, die letzten Jahre mit einem besch.... Receiver zugebracht zu haben.
Fazit:
Ein Audioromy FU13 ist ein tolles Gerät, aber absolut NICHT geeignet für so einen Anfänger wie mich.
Der Direktimport aus HK ist auch nicht unproblematisch, bei Reklamationen ist man auf den good will des Dealers angewiesen.
Ich würde nicht nocheinmal selber importieren, das Geld was ich spare geht doppelt drauf wenn etwas ist. Dann lieber nem Händler in DE ans Bein pinkeln.
Was jetzt noch kommt:
Eine Fernbedienung. Ohne gat ja gar nicht.
Bin da was am planen dran, mit Alps in einem externen Gehäuse. Werde dazu berichten.
ich freue mich einerseits für Dich, daß Dein Problem gelöst werden konnte. Andererseits finde ich das absolut klasse von Dir, daß Du Dein Problem offen und kompromisslos ehrlich dargestellt hast und damit vielleicht den einen oder anderen unerfahrenen Tube-Amp Fan von Direktimporten preiswerter Tubenamps aus Asien abbringen kannst.
Der Billigwahn kann sich sicherlich bei manchem als Albtraum darstellen, ganz zu schweigen von etwaigen weitereren Risiken wie lebensgefährlichen Hochspannungsschlägen, Brandgefahren etc.pp.
Nur so gehts.
Es ist ja nun wirklich nicht ungefährlich,und wenn ich in meinem früheren Leben nicht Energieelektroniker gelernt hätte, wäre Strom für mich ein unkalkulierbares Risiko, so wie für viele andere auch.
Btw: ich habe eben gerade die Ruheströme eingestellt:
DAS ist auch nicht witzig, so nah wie die Abgriffe am Röhrensockel sitzen. Habe den Amp dabei auf 2 Stühle gestellt und mich druntergelegt.
Überlege gerade, ob ich nicht Abgriffe an die Rückplatte verlängere und von aussen per Bananabuchsen zugänglich machen sollte. Potis natürlich auch.
Naja, erstmal sehen wo ich noch 813 Röhren herbekomme, brauche ja noch 2...
mopper hat geschrieben:Naja, erstmal sehen wo ich noch 813 Röhren herbekomme, brauche ja noch 2...
Z.B bei surplussales in Nebraska, USA. Ein guter Haendler, der auch ordentlich verpackt (wichtig bei Sendetrioden!). Bietet die 813 als NOS Ware fuer 79 USD/Stueck an:
Aber bitte beachte, dass auch bei Top-Qualitaetsroehren, das Problem des sproeden Heizfadens bei diesen Typen besteht. Diese koennen also durchaus beim Transport in die Brueche gehen.
Obiger Haendler hat sich mir gegenuebr bei Problemfaellen als sehr kulant gezeigt. Also sehr zu empfehlen.
Wenn Du Interesse hast, kannst Du von mir ein gematchtes Paar General Electric 813 bekommen.........
Die sehen im Inneren fast genau so aus, wie die Shuguang. Und sie leuchten auch fast genau so hell.
Sie haben bei mir etwa 5 Stunden gespielt......
Jörn
versch. TDA1541 Player, Eigenbau Kabel (Silber/Gold Single Solid Core + Baumwolle), Eigenbau Vorstufe mit D3a und AÜs, versch. ClassT Amps, derzeitiger LS: Accuton plus Visaton Keramik, Whisky: Single Malt Islay, Musik: vornehmlich Klassik
Dazu habe ich von diesem Händler einen Satz gematche Shuguang Röhren erhalten und eingebaut. Sehr schneller Versand und alles heile! Kann ich empfehlen.
Nach Einstellung des Ruhestroms bin ich gerade hellauf begeistert.
Ich räume morgen auf, muss jetzt hören gehen...