AUCH Probleme beim Ausschalten...

Hier gehts nur um Verstärkung, egal welcher Art.

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Valvox
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AUCH Probleme beim Ausschalten...

Beitrag von Valvox »

Ermutigt durch den "Parallel-Fred" muss ich euch auch mal mit'm Problem kommen.

Eine meiner Vor-/Verstärkerkombinationen (Raphael-Orthophonic + Velleman-Gegentaktendstufe) zeigen ein nicht ganz unproblematisches Verhalten:

Wenn die Kombi hochfährt, hört man nichts.

Beim Abschalten muss man aber warten, bis sich die Kondensatoren der Endstufe entladen haben, sons gibt es, je nach Ladungszustand, ein Ploppen in den Lautsprechern. Wenn die Speicher fast leer sind (so nach 20sec.) patscht es noch ganz gewaltig. Wenn man die beiden gemeinsam am Hauptschalter ausschaltet, haut es einem die Lautsprecher durch (schon passiert).

Jetzt sagen natürlich die Schlauen: "Endstufe vor der Vorstufe ausschalten!"- das mache ich natürlich!

Aber: Bei Stromausfall heißt das, in ein neues Paar Lowther zu investieren, und das ist mir eigentlich zu teuer, zumal es ein Wiederholungsfall wäre.

Andere Kombinationen von Vor- und Endstufen sind da unkritisch, egal in welcher Kombi.
Ja, und ich habe in der Vorstufe auch die zentrale Masse überprüft, auch schon mit Hochlegen über 0,1Ohm probiert, andere Kabel (NF und Strom)...

Hat jemand eine Idee? Wäre Dankbar!


Jan
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Beitrag von MartinR »

Hallo Jan,

mein Tipp gilt hier genauso, wie in dem anderen Thema. Ein Relais im Ausgang, welche die Signale bei Spannungsausfall kurzschließt, sorgt für Ruhe. Die Endstufe ist eine Röhrenendstufe? Da kann man das dann natürlich auch machen.

Die eigentliche Ursache für das Ploppen zu finden dürfte recht schwierig werden.

Viele Grüße,
Martin
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mb-de
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Beitrag von mb-de »

Hallo Martin!

Dein Vorschlag ist im Prinzip eine gute Idee - und bei Vorstufen auch einigermassen anwendbar.

Bei Endstufen kann das Ganze allerdings böse danebengehen - nicht alle sind kurzschlussfest - auch bei Röhrenendstufen ist das nicht unbedingt gegeben, AB- und B-Endstufen können in dieser Hinsicht sehr problematisch sein - und zu Schäden an Verstärker und Transformator führen. Beispiel: IRT/Telefunken V69b (nicht V69/V69a) - Kurzschluss bei hoher Aussteuerung führt zur Überlastung der Schirmgitter der F2a11, und nach einigen Sekunden zu verbogenen Schirmgittern… auch mancher A-Gegentakt-Verstaerker rutscht bei solchen Lasten in gefährliche Bereiche.

Zudem ist das Relais oft nicht schnell genug, und man hat die Störgeräusche, bevor das Relais kurzgeschlossen hat. Sinnvoller ist ein Relais mit Umschaltkontakten, die die Last trennen und kurzschliessen, und etwas gleichzeitig den Verstaerkerausgang ein einen Lastwiderstad zu legen.

Gruss

Micha
=->
PS: Der Velleman-Bausatzverstaerker, ueber den der TS berihtet, hat einen gewissen Ruf fuer marginale Stabilitaet - wenn die Betriebsspannung wegfaellt, entstehen je nach Last bei manche Exemplare wilde Schwingungen...
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Valvox
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Beitrag von Valvox »

Was mich wundert ist dass mit meinem anderen (Röhren-)Vorverstärker, auch von Raphael, mit der Velleman die beschriebene Symptomatik nicht auftritt. Auch meine Octave HP200 ist da völlig unkritisch.
Auch zeigen meine anderen Röhrenendstufen (6L6 PSE Eigenbau und Experience KT88SE) mit der beschriebenen Vorstufe Raphael Orthophonic Line dieses Verhalten nicht.

Hat jemand noch eine Idee, wie man das abstellen kann?

Jan
MartinR
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Beitrag von MartinR »

Hallo Micha,

dein Vorschlag bei der Endstufe mittels Umschalter auf einen Lastwiderstand umzuschalten, ist natürlich die viel bessere Idee :OK:

Bei meiner Endstufe brauche ich das zum Glück nicht. Trotz Stabis am g2 des Pentodentreiber :wink:

In der Phonovorstufe verwende ich ein 230V Relais als Sensor, welches dann ein 5V Relais für die Ausgänge bedient. Der ZZ1040 in der Ub macht doch ziemlich Lärm :wink:

Viele Grüße,
Martin
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Beitrag von haotschmi »

Hallo
Wenn ich das richtig sehe hat die Vellemann keinen Koppelkondensator im Eingang der Gleichspannung abhalten soll. Im Netz ist eine Modufikation zu sehen, in der ein Relais den Eingang auf Masse legt. Auch eine Lösung. Bei Raphael hatten die letzten Vorverstärker ein Relais im Ausgang zum selben Zweck wie oben, vielleicht ist das bei deinem Line auch so und da ist was defekt.
Viel Spass bei der Suche einer Lösung.
Otto
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Beitrag von Valvox »

Danke.

Wo ist der Velleman bzw. die Modifikation im Netz zu finden, hat da jemand die Adresse?

Ansonsten erholsame Weihnachten,

Jan
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Beitrag von haotschmi »

Hier das Original

http://www.diyaudio.com/forums/tubes-va ... bes-2.html
und hier aus dem alten Frihuforum eine interessante Abhandlung mit Mods für den 8010, aber dir gehts ja nur um die Stummschaltung des Eingangs.
http://forum.frihu.com/read.php?8,6981, ... w&dur=6015

Grüße an Alle
Otto
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LS Ausgang kurzschließen

Beitrag von audiovalve »

Hallo - ich habe vor 30 Jahren mal eine Schaltung entwickelt, die genau diesen "Plopp" beseitigt, insofern, als der Lautsprecherausgang nach dem Abschalten für kurze Zeit kurzgeschlossen wird, ohne Verwendung einer weiteren Versorgungsspannung für das Relais. Ich selbst nutze die Schaltung bis heute, vielleicht sollte ich Sie mal auf Leiterplatte bringen und anbieten ??!! Für 15,- € würde ich das Teil pro Kanal wohl verkaufen wollen. Andere Ansätze zur Lösung des Problemes führen zu keinem Erfolg, schon gar nicht mit Kondensatoren über dem Netzschalter ...
Valvox
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Beitrag von Valvox »

Wäre bstimmt 'ne gute Sache....
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Beitrag von Valvox »

Glaube, ich hatte mich auch etwas unklar ausgedrückt:

Wenn man im Betrieb den Vorverstärker ausschaltet, passiert genau das selbe: Volle gespeicherte Leistung auf die Lautsprecher mit gnadenlosem Plopp!

Jan
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Beitrag von Valvox »

So,

habe mal das Problem ergründet und folgendes rausgefunden:

Die Endstufe hat im Eingang eine ECC82. Diese ist so beschaltet:

Spannungsquelle -> Widerstand 47 kOhm -> 22µF auf Masse -> 100 kOhm -> Anode der ECC82

Da ich plötzlich ein anschwellendes Zirpen hatte, jedoch nur auf einem Kanal, schied ein Netzteilfehler aus, da es für beide Kanäle arbeitet.
Andere Röhren habe ich überprüft--> ohne Fehler.

Dann die Eingangsplatine angesehen: Fand einen verbrutzelten, aber noch funktionierenden 47 kOhm-R (siehe oben).

Nun eine genauere Inspektion des 22µF-Kondensators: Aufgequollen. Also ausgelötet: Elektrolyt ausgetreten, ein Bein nicht mehr vorhanden.

Gleich 2 neue bestellt, und dann das: Beim Einlöten bemerkte ich, dass der Kondensator dieses Kanals verkehrt/verpolt eingelötet war! Hatte also vor 10 Jahren eine Endstufe mit einer Fehlschaltung erworben!

Also die Sache richtiggestellt, und siehe da: Nicht nur keine Störgeräusche mehr, auch die Ausschaltproblematik war jetzt weg!

Wenn jemand eine Erklärung für letztgenanntes Phänomen hätte...

Grüße,

Jan
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Beitrag von Monophono »

Hallo Jan,

gut, daß Du diesen Fall hier für alle Mitleser dokumentiert hast - Danke!
Ein schönes Beispiel, wie Beharrlichkeit letztlich zum Ziel führte.
Der Fehler selbst ist natürlich ein Hammer und mit ein Grund, weshalb ich immer Röhrengeräte aus fremder Hand genauestens beäuge (was nicht bedeuten soll, daß mir nicht auch schon Fehler unterlaufen sind).

Im weiter oben verlinkten diyaudio-Faden zum K4040 ist das Schaltbild zu sehen: besagter Kondensator wird im Fall korrekten Einbaus mit einer Spannung von 335V beaufschlagt! Man sollte annehmen, daß er praktisch sofort nach Inbetriebnahme explodiert, wenn verpolt angeschlossen. Vermutlich hat der Widerstand dies verhindert, indem er sich geopfert hat...

Wünsche Dir nun langdauernden ungestörten Musikgenuss!

Viele Grüße
Eberhard
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Beitrag von Bender »

Morgen,

schön, dass du den Fehler gefunden hast. Ich prüfe Geräte, welche jemand anderes aufgebaut hat meistens nicht, erst wenn etwas nicht so ist wie es meiner Meinung nach nicht sein darf. In den meisten Fällen geht das ja auch gut. Bei meinem Synthesis Verstärke, welchen ich blind gekauft habe und den mir Pit beim Verkäufer in Berlin abgeholt und zugesendet hatte, hätte ich das auch besser gemacht. Der Verstärker wurde sehr schlecht von Pentode auf Pseudo-Triode umgebaut, Leiterbahnen hatten sich schon gelöst und die ausgetauschten Koppel Cs mit Alu-gehäuse wurden mit einem Stück Schaumstoff von den RöhrenFassungen (Unterseite) isoliert. Da hätten problemlos die Funken fliegen können.

Viel Spass noch mit dem Amp /// Ole
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Beitrag von Valvox »

Danke für euer Interesse und "Anteilnahme".

Ja, es war eine ziemliche Rallye, bis ich den Fehler hatte. Musste ja erst die kleine Platine im Inneren herausbekommen, dann die Leiterbahnen verfolgen und die falsche Polung entdecken. Der Widerstand war übrigens verkokelt, hatte aber seinen Wert gehalten.

Habe auch gleich die Netzteilelkos gewechselt. Die waren leicht gequollen, hatten zwar noch annähernd die ursprünglichen Werte, aber wenn man das Gerät offen hat, sollte man das wohl in Angriff nehmen- wollte ja keine Kondensatorplatzer mit Sauerei und zusätzlicher Arbeit provozieren.

Jetzt spielt der Verstärker zwar noch etwas verhalten, aber nebengeräuschfrei und ohne gefährlichen Ausschaltknaller (hatten mich mehrere Lowthers gekostet!). Das Einspielen braucht noch etwas, ist aber natürlch notwendig, bis sich die letzte Geschmeidigkeit im Klangbild einstellt.

Jetzt kann ich ja meinen Eintakter planen...

Grüße,

Jan
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Beitrag von Valvox »

Wollte noch anführen, dass die Velleman, habe russische 6L6 drin, hervorragend aufspielt. Die Endstufe muss sich hinter den bekannten "deutschen Entwicklungen mit chinesischer Fertigung" keinesfalls verstecken. Speziell mit meinem neuen Vorverstärker eine hervorragende Kombination, besonders in dynamischer Hinsicht.

Jan
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Beitrag von Valvox »

Otto,

hab noch mal Dank für die Links.
Leider funzt der Link zu FriHu nicht (ausgelaufen?).

Der Velleman-Schaltplan unterscheidet sich von dem, der dem Velleman in Papierform begegeben wird: Die Widerstände R60 und R62 heißen im Original R58 und R59. Schlimmer aber die unterschiedliche Dimensionierung: Die auf meiner Platine haben 0,25 Watt (und hielten trotz verpoltem Elko etwa 13 Jahre), im Netz-Schaltplan steht was von 5 Watt!

Ich habe mich jetzt für 1/2 Watt-Typen entschieden.


Grüße,

Jan
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Beitrag von Monophono »

Hallo Jan,

in diesem Schaltplan (Link) meine ich, gerade noch erkennen zu können, daß da nicht "5W" sondern ".5W" steht, also O.5 W. Somit war Deine Wahl für den Ersatz goldrichtig.
Ansonsten kann man aus den Werten der (gemessenen) Spannungsabfälle auch direkt den fließenden Strom berechnen und damit die jeweils entstehende Verlustleistung.

Viele Grüße
Eberhard
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Eberhard
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Beitrag von Valvox »

Ja, danke, klar,

habe ich auch (überschlägig) so gemacht. Wollte nur auf die Ungereimtheiten im Schaltplan des Norwegers hinweisen.

Grüße,

Jan
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Beitrag von Valvox »

Hatte das überschlagen weil ich dachte: Wer Kondensatoren verpolt einbaut, nimmt es auch mit den Bauteilwerten nicht unbedingt genau.

Die Endstufe wurde ja als Bausatz und Fertiggerät vertrieben, wobei die "Fertiggeräte" von einer Fremdfirma zusammengelötet wurden, die auch stolz ihren Stempel ins beiliegende Manual drückte. Da scheinen aber nicht unbedingt die Geübten gesessen zu haben...
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