KR 845

Hier gehst um das, was die Tube-Amps usw. ausmacht

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VinylSavor
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KR 845

Beitrag von VinylSavor »

Hallo!

Da die Diskussion zur Heizung der KR845 in dem thread zur Sammelbestellung nicht gewuenscht ist, mach ich hier mal einen neuen auf.

Der Ton ist in dem thread zwar etwas "abgerutscht". Aber die Hinterfragung der Begruendung von KR warum man die Produktion der 845 eingestellt hat, ist berechtigt.

Ich nehme mal an mit WE ist Western Electric gemeint. Aber welche WE-Spezifikation ? WE hat nie eine 845 produziert, meines Wissens nach auch kein Aequivalent.

Tatsache ist, dass die KR 845 nicht mit den originalen 845 von z.B. GE oder RCA kompatibel ist, da sie viel weniger Heizstrom zieht (1A vs. 3.25A). Es ist also KR, die die originale Spezifikation nicht einhalten.

Wenn in einem Amp die Heizspannung nicht elektronisch stabilisiert ist, so wird dies zwangslaeufig zu einer hoeheren Heizspannung fuehren, wenn man die KR einsetzt.

Wenn die KRs also kritisch auf die Einhaltung der Heizspannung reagieren, so muss man diese testen, mit den KRs im Sockel. Dabei laeuft man aber gleich schon Gefahr, diese zu ueberheizen. Hier ist also die entsprechende Vorsicht und Sorgfalt geboten.

Viele Gruesse

Thomas
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chrissy
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Beitrag von chrissy »

Hallo Thomas,

danke für die Ausführungen.

Ich denke, daß so eine technische Diskussion in einem Sammelbestellungsthread nichts zu suchen hat, deshalb bat ich um das unterbleiben, vor allem da beim letzten Mal der Ton deutlich unter die Gürtellinie gerutscht ist. Generell ist so eine Diskussion wichtig und sicherlich sehr Informativ. Die Informationen die ich gepostet habe sind von AMI Hifi, nicht von mir. Auch die Angabe eines "Western Electric Standards".

Die Aussage von KR, daß die Röhren mit allen 845 kompatibel wären ist dann also falsch, bzw nur auf Amps mit stabilisierter Heizspannung zu beziehen. Schade eigentlich. Dann muß ich wohl mal checken, ob bei mir die Hezspannung stabilisiert ist.

Viele Grüße

Christian
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VinylSavor
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Chrissy,

den Wunsch die technische Diskussion aus Deinem thread rauszulassen, kann ich verstehen und den wollte ich auch respektieren.

Was man tun koennte, um den Verstaerker auf Kompatibilitaet mit den KRs zu testen, waere den amp mal mit einem Dummy im 845-Sockel zu fahren. Dieser sollte nur einen Widerstand zwischen den Heizpins haben, der 1A zieht, also 10Ohm.

Dann kann man die Heizspannung messen und gegebenenfalls den notwendigen Vorwiderstand ausrechnen der notwendig ist.

Spaeter mit den KRs im Sockel nochmal nachpruefen.

Was noch zu beachten ist: Die Netzspannung unterliegt durchaus hoeheren Schwankungen als 5%. Wenn die Heizung nicht stabilisiert ist, schwankt die entsprechend mit!

Gruss

Thomas

Nachtrag: Bei dem oben beschriebenen Test mit dem Dummy-Widerstand ist natuerlich zu beachten, dass die Anodenspannung unter Umstaenden stark ansteigt, wenn keine Endroehre im Amp ist, die das Netzteil unter Last setzt. Ein sauber konstruierter Amp sollte dies abkoennen, da eine Roehre ja auch mal ausfallen kann. Wie schon erwaehnt ist mit der erforderlichen Sorgfalt vorzugehen und unter Umstaenden jemand mit der noetigen Sachkenntnis zu Rate zu ziehen.
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chrissy
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Beitrag von chrissy »

Hallo,

hab gerade folgendse auf der Nagra Website unter FAQ gefunden:
Q: Why does Nagra no longer delivers 845 KR tubes?
A: After numerous experiments and tests, we have come to the conclusion that the current 845 tubes manufactured by KR Audio, no longer comply to the original 845 specifications. We can not predict how these tubes perform in our VPA amplifiers.
Hört sich komisch an, weiß jemand ausser dem bereits geschriebenen mehr?

Viele Grüße

Christian
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VinylSavor
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo,

was hoert sich daran komisch an ? Aus dem KR Datenblatt ist ja schon ersichtlich, dass deren 845 nicht kompatibel zu den originalen 845 ist.

Durchaus moeglich, dass es auch andere Parameter ausser dem Heizstrom gibt, die nicht mit denen der alten 845 uebereinstimmen.

Ich kann mir auch vorstellen, dass Nagra einfach keinen Aerger mit seinen Kunden haben moechte. Wenn eine Roehre so empfindlich ist, dass sie schon bei 5% Abweichung von der Heizspannung beschaedigt werden kann, dann ist mit vielen Ausfaellen im Feld zu rechnen.

Die Datanblaetter der originalen 845 geben zwar auch 10V +/- 5% an. Aber bei Ueber- oder Unterheizung geht die noch lange nicht gleich kaputt.

In den Anfangstagen meines Verstaerkerbauens hatte ich mal eine GE 211 aus Versehen laengere Zeit mit ueber 11V geheizt. bestimmt mehrere Wochen lang. Die Roehre hats klaglos mitgemacht und lief 10 Jahre spaeter (dann allerdings mit korrekter Heizspannung) immer noch.

Meiner Meinung nach hat die Beschaffenheit der Kathode einen grossen Einfluss auf den Klang einer Roehre. Und da haben fuer mich die thorierten Wolfram-Kathoden die Nase vorn. Da waere ein Nachbau mit Oxydkathode fuer mich also schon ausgeschlossen.

Gruss

Thomas
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Beitrag von chrissy »

Hallo Thomas,

danke nochmal für Deine Erklärungen. Ich hab mich jetzt für die normalen Shuguang entschieden. Keine Kompatibilitätsprobleme, gestern bei BTB bestellt, heute angekommen, eingebaut und alles läuft wieder. Eine meine Valve Art war defekt, man konnte den Bias nicht mehr richtig einstellen, die Röhre lief dauernd bei ca 130 mA und war schon fast am Glühen.

Viele Grüße

Christian

PS: Biaseinstellung und entbrummen war problemlos.
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