Glimmer, Glimmerscheiben, Mica ... ?

Hier gehst um das, was die Tube-Amps usw. ausmacht

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VinylSavor
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo,

Die Funktion der Glimmerscheiben ist einmal das Justieren und Fixieren der Elektroden der Roehrensysteme zueinander und das Abstuetzen und Fixieren des Innenlebens im Glaskolben. Ein zusaetzlicher Glimmer muss nicht unbedingt eine bessere Mikrofonieeigenschaft nach sich ziehen. Man koennte auch argumentieren durch die zusaetzlichen Kontaktpunkte zum Glas wird mehr Schall vom Kolben auf die Elektroden uebertragen. Ausserdem hat man ein zusaetzliches Teil im Kolben und je mehr Teile da sind desto mehr koennen auch ruetteln.

Ein schoenes Beispiel hier sind die Bendix Red Bank Roehren. Die 5692, welche eine militaerische und robuste Variante der 6SN7 ist. Ausgelegt fuer enorme Beschleunigungslasten. Z.B. fuer die Raumfahrt. Diese hat sogar statt der Glimmer Keramikscheiben. Sieht sehr eindrucksvoll aus und ist richtig schwer im Vergleich zu einer normalen 6SN7. Aber durch die vielen mechanischen Teile ist das Ding mikrofonischer wie viele normale 6SN7!

Fuer manche Anwendungen (HF) ist Mikrofonie auch ueberhaupt kein Problem.
yawg hat geschrieben:Von den 5814ern gibt's viele sog. 3-fach-Glimmer wobei der 3. Glimmer oben kein Glimmer ist sondern eine Art Schutzblech unter dem Getter.
Ich nehme an Du meinst die Halterung der Getterpille. Ein rundes Metallteil, eine Scheibe, manchmal auch ein Ring, der ueber dem Elektrodensystem befestigt ist ? Manchmal auch seitlich.

In dieser Vorrichtung wird der Getter (Gasbinder) waehrend der Fertigung der Roehre gehalten. Wenn die Roehre evakuiert ist, wird dieser Getter mittels Hochfrequenzinduktion aktiviert. Dann wird er chemisch sehr reakitiv und bindet Restgase die noch im Kolben sind. Es bildet sich der silberne Spiegel am Kolben der Roehre.

Nach dieser Aktivierung hat dieses Teil keine Funktion mehr.

Ich weiss Du hast eine andere Meinung aber ich kann nur nochmal betonen, dass die Parameter einer Roehre sich in unterschiedlichen Schaltungen sehr unterschiedlich auswirken koennen. Bestenfalls wird eine Klangeigenschaft beibehalten, wenn die Roehre in beiden Geraeten z.B. in Kathodenbasis betrieben wird (Standard Spannungsverstaererschaltung). Wenn die Roehre einmal in Kathodenbasis und im anderen Geraet als Kathodenfolger laeuft, wirken die Parameter sich auch sehr unterschiedlich aus. Genauso wenn die Roehre gegenkopplungsfrei laeuft oder in eine GK-Schleife eingebunden ist.

Auch generell der Schluss, dass Roehren aus Militaerbestaenden in allen Eigenschaften fuer Audiozwecke ueberlegen sind, ist nicht unbedingt richtig. Wie schon erwaehnt sind fuer Audioanwendungen wichtige Parameter in anderen Anwendungen voellig unwichtig.

Gruss

Thomas
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Beitrag von VinylSavor »

Noch ein Paar Punkte zum Glimmer:

Ein wichtiger Aspekt der Qualitaet der Roehre ist die Guete des Vakuums. Nach der Fertigung der Roehre, bleibt dies jedoch nicht konstant. Die Bauteile im Kolben gasen ueber die Jahre etwas aus, insbesondere die Glimmerscheiben. Der Getterspiegel ist zwar dazu da solche Gase wieder zu binden, aber das kann er natuerlich nicht zur Gaenze.

Wie bei so vielem ist also ein Kompromiss zu finden. Entweder ein moeglichst robuster mechanischer Aufbau der mehr Bauteile erfordert oder moeglichst wenig Bauteile die Gase freisetzen koennen und dafuer ein weniger robuster Aufbau.

Offensichtlich haben verschiedene Hersteller fuer sich verschiedene Kompromisse gewaehlt.

Interessant in diesem Zusammenhang sind z.B. Roehren wie die 26 oder 45 und viele andere. Die gibt es in einer moderneren Form in ST-Kolben (Coke bottle). Diese haben oben eine Glimmerscheibe, die das System fixiert. Dann gibt es die alte Ballon-Form. Diese haben keinerlei Glimmer. Die Elektroden sind manchmal mit einem Keramiksteg fixiert, manchmal auch mittels in einem Glasstaebchen eingeschmolzener Stifte. Das System ist nur am Sockel mit dem Kolben verbunden und steht ansonsten frei in der Roehre.

Die Ballon-Roehren sind meist deutlich Mikrofonie-empfindlicher. Aber nahezu jeder der mit diesen Roehren arbeitet, zieht die alte Bauform klanglich vor!

Dazu gibt es die Vermutung, dass ein Grund das fehlen von Glimmer im Glaskolben ist.

Gruss

Thomas
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Beitrag von mb-de »

Hallo Thomas,

ich danke Dir fuer Deine beiden letzten postings - besser haette ich es nicht sagen koennen, und stimme vollumfaenglich zu...

Beste Gruesse

Micha
=->
PS: Noch zwei Kommentare:

(1) Red Bank-Roehren und Mikrophonie:

Da ich berufsmaessig aus dem Umfeld komme, fuer das diese Roehren entwickelt wurden ('Missile tubes'), noch ein Qualifikation zur Konstruktion und Mikrophonieempfindlichkeit:

Die Konstruktion dieser Roehren ist ein Kompromiss, um die verschiedenen Anforderungen an mechanische, thermische und elektrische Stabilitaet unter gegebenen Extrembedingungen mit hoechster Zuverlaessigkeit und Wiederholbarkeit abzudecken.

Die schwersten Belastungen, welche Komponenten auszuhalten haben, sind tieffrequente Stossbelastungen, welche z. B. bei der Separation von Raketenstufen auftreten - diese wuerden je nach Einbaulage bei normaler Bauweise zu einer dauerhaften Verformung der Systeme und damit Aenderung der Eigenschaften fuehren. Daher wird eine besonders hohe Steifigkeit der Systemkonstruktion gefordert - die Keramikscheiben kommen ins Spiel - und die federnde Abstuetzung am Kolben, um ein Zerschlagen desselben durch Aufschlag der Stuetzscheiben zu verhindern.

Ein weiteres Risiko is mechanische Zerstoerung durch grosse Temperaturschwankungen und -gradienten (Konvektionskuehlung durch Luft entfaellt ja bekanntermassen schon bei relativ geringen Flughoehen ueber Grund). Durch die Temperaturschwankungen an der Oberflaeche ergeben sich auch relativ grosse Variationen im Durchmesser des Kolbens - die Stuetzfedern brauchen etwas Spiel, um den Kolben nicht zu sprengen.

Mikrophonie bei hoeheren Frequenzen spielt durch Vibration natuerlich auch eine Rolle, ist aber akzepabel, solange sie sich in den spezifizierten Grenzen laut Datenblatt haelt.

Fertige Elektronik wurde (zu Roehrenzeiten und auch heute noch) auf Resonanzen hin untersucht (Analyse, Simulation, 'Durchwobbeln' der Baugruppen auf der Ruettelplattform, Beschallen in einer Akustikkammer), und Funktion innerhalb des 'envelopes' des vorgesehenen launchers mit einer guten Marge simuliert.

Die Restmikrophonie dieser Roehren ist also eine definiert bekannte und dokumentierte Mikrophonie, mit der man sich arrangierte. (... ist heute bei den verwendeten eletronischen und elektrischen Bauelementen, inklusive Laufzeitroehren, nicht anders - gittergesteuerte Roehren 'fliegen' wir seit den 1990igern nicht mehr - die letzte erwaehnbare Mission war TSS-1R...)

Bei Audioroehren hingegen war das Anforderungsprofil 'so wenig Mikrophonie wie im Preis- und Datenrahmen moeglich', also deutlich anders...

(2) Globe gegen ST - Glimmerscheiben oder keine Glimmerscheiben...

Hier gibt es zwei schools of thought - eine sagt, dass die groessere Mikrophonieempfindlichkeit der globe valves den gefuehlten klanglichen Vorteil verursacht, eine andere, dass die bessere Isolation in den globes im Vergleich zu Roehren mit Glimmerscheiben (und deren je nach Material und Temperatur bei letzterten, wenn auch hochohmig, vorhandenen Halbleitereigenschaften, eventuell noch verschlimmert durch auf dem Glimmer abgelagerters Katoden- und Gettermaterial) zu klanglichen Vorteilen fuehren kann..

Eine Isolationspruefung von hoch belasteten und daher heiss laufenden Roehrensystemen auf dem Roehrenpruefer nach dem 'Durchkochen' einer Endroehren im Arbeitspunkt ergibt oft erstaunliche Ergebnisse - manche intakte Roehre hat im Betriebsarbeitspunkt Isolationswiderstaende (zwischen Steuergitter und Rest) von unter 100 kOhm....
Zuletzt geändert von mb-de am Mi 19. Nov 2008, 11:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Micha,

danke fuer die interessanten Infos zu dem Thema :OK:

Zum Thema Mikrofonie: Da ich sehr viel mir direkt geheizten Roehren auch in Vorstufen arbeite, habe ich mich zwangslaeufig mit etwas Mikrofonie arrangiert.

Mag sein, dass mikrofonische Roehren einen euphonischen Klang erzeugen und daher manchmal tendenziell besser klingen. Das glaube ich persoenlich nicht. Ich denke dass Mikrofonie einfach ueberbewertet wird. Im Fall der direkt geheizten Roehren ist es die groessere Linearitat, bessere Aufloesung (insbesondere bei thorierten Wolfram-Kathoden), das mit dem Signalpegel konstantere mu (siehe Untersuchungen von Steve Bench) was zum besseren Klang fuehrt und die Nachteile der hoeheren Mikrofonie bei weitem ueberwiegt (meiner Meinung nach).

Mikrofonie ist ein vom Laien einfach zu ueberpruefender und verstaendlicher Parameter. Man tippt an die Roehre und manche machen dann mehr Geraeusch andere weniger. Dass sich letztere besser verkauft ist nachvollziehbar. Ob die Massnahmen die zum besseren Mikrofonieverhalten fuehren nicht in anderen Bereichen klangliche Nachteile mit sich bringen ist eine andere Frage. Ich habe hier keine schluessige Antwort oder feste Meinung. Solange es klanglich gefaellt ist es die richtige Roehre.

Deshalb moechte ich Joerg auch nicht die Roehren die er als die besseren empfindet ausreden. Wenn er mit bestimmten Roehren ein fuer ihn besseren Klang hat, dann ist das ok.

Gruss

Thomas
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Beitrag von mb-de »

Hallo Thomas!
VinylSavor hat geschrieben: danke fuer die interessanten Infos zu dem Thema :OK:
Geen Dank! Diskussionen mit Dir machen eigentlich immer Spass... :wink:
VinylSavor hat geschrieben: Zum Thema Mikrofonie: Da ich sehr viel mir direkt geheizten Roehren auch in Vorstufen arbeite, habe ich mich zwangslaeufig mit etwas Mikrofonie arrangiert.
Ditto.
VinylSavor hat geschrieben: Mag sein, dass mikrofonische Roehren einen euphonischen Klang erzeugen und daher manchmal tendenziell besser klingen. Das glaube ich persoenlich nicht. Ich denke dass Mikrofonie einfach ueberbewertet wird.
Mikrophonie bzw. deren Unterdrueckung ist meiner Ansicht nach nur in zwei Faellen interessant:

(1)wenn es um Geraete geht, die mit kleinen Pegeln und hoher Verstaerkung in unguenstiger Umgebung arbeiten muessen, und Mikrophonie zum Klangstoer-/Verfaelschungsfaktor wird - z. B. bei Mikrophonverstaerkern im Feldeinsatz.

(2) Wenn Geraete im Hoerraum durch mikrophonische oder hochfrequent schwingende Roehren zu Selbsterregung im Schallfeld oder uebermaessiger Handempfindlichkeit neigen.

Ansonsten ist fuer mich ein wenig Restmikrophonie wenig stoerend, beim Plattenspieler stoert es ja auch nicht (wer klopft schon mit dem Hammer auf seinen Thorens-Schwabbler und sagt dann 'das Ding reagiert mikrophonisch .... :wink:
VinylSavor hat geschrieben: Im Fall der direkt geheizten Roehren ist es die groessere Linearitat, bessere Aufloesung (insbesondere bei thorierten Wolfram-Kathoden), das mit dem Signalpegel konstantere mu (siehe Untersuchungen von Steve Bench) was zum besseren Klang fuehrt und die Nachteile der hoeheren Mikrofonie bei weitem ueberwiegt (meiner Meinung nach).
Zu selbigem Schluss bin ich im Grossen und Ganzen auch gekommen - indirekt geheizte Trioden mit hohem Durchgriff sind gerade wegen der Durchgriffsverzerrungen (mu-Variation) eine Sackgasse, ebenso viele der steilen Kleinsignalroehren...

Einen Ausweg bieten vielleicht noch Pentodenverstaerker mit lokaler GK in der Stufe selbst oder ueber kurze Schleife zur Treiberroehre - da kommt man in der Kombination idealen Triodenkennlinien auch sehr nahe... als Muster dieser Topologie fuehre ich V69 und V73 an - jeweils einen Zweig betrachten - kombiniert mit Katodengegenkopplung an der Endroehre.
VinylSavor hat geschrieben: Mikrofonie ist ein vom Laien einfach zu ueberpruefender und verstaendlicher Parameter. ... Ob die Massnahmen die zum besseren Mikrofonieverhalten fuehren nicht in anderen Bereichen klangliche Nachteile mit sich bringen ist eine andere Frage. Ich habe hier keine schluessige Antwort oder feste Meinung. Solange es klanglich gefaellt ist es die richtige Roehre.

Deshalb moechte ich Joerg auch nicht die Roehren die er als die besseren empfindet ausreden. Wenn er mit bestimmten Roehren ein fuer ihn besseren Klang hat, dann ist das ok.
So sehe ich es eigentlich auch. Was gefaellt, und nicht gefaehrlich fuer Aussenstehende ist, ist erlaubt und angemessen.

Nur bin ich der Ansicht, dass man bei geschmacksbasierenden Empfehlungen eben darauf hinweisen sollte, dass der eigene Geschmack treibt, und nicht eine absolute Wahrheit.

Die Niederlaender sagen:

Smaaken verschillen...

Gruss

Micha
=->
PS: Nachtrag zu meinem vorherigen posting, ad (2): Ich denke, dass der empfunden Klangvorteil der glimmerscheibenlosen Roehren durch die elektrischen Effekte im zweiten Teil meiner Antwort entstehen, und nicht durch die Mikrophonie.
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yawg
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Beitrag von yawg »

Hallo Micha und Thomas,

Ich bezweifle Eure Kenntnis und Befindungen in keinster Weise und widerspreche nicht!

Ich gebe nur meine eigenen Erfahrungen als interessierter Laie weiter an andere Laien um sie z.B. vor teuren oder überhaupt Fehlkäufen zu warnen und ab und zu einen Tip zu geben. Hier wäre z.B. so einer:

http://cgi.ebay.de/Matched-Pair-GE-Trip ... 0285917513

Meine Erfahrungen beziehen sich inzwischen auf einen ziemlich großen Karton von mehr oder weniger ausgemusterten (hauptsächlich Kleinsignal-) Röhren und mein "Geschmack" spielt dabei überhaupt keine Rolle. Wenn eine Röhre die ich kenne für mich nicht neutral klingt erwähne ich das auch.

Für mich zählen nur max. Auflösung und beste Dynamik sowie "Natürlichkeit" und "Offenheit", ich gebe zu, das sind etwas beladene und subjektive Eigenschaften die mit aber immer wieder von Gleichgesinnten in deren manchmal total verschiedenen Anlagen bestätigt wurden.

Insofern passe ich vielleicht auch gar nicht in dieses Forum denn ich benutze inzwischen wieder meine Pütz-Vorstufe die - wie garstig - mit OP-Amps arbeitet und meine EAR Monos haben m.E. auch keinen "Röhrenklang" und sind sehr neutral bis auf eine leichte Überbetonung im Tiefbaß - was aber auch daran liegen kann, daß alle anderen Röhrenamps die ich bisher hörte einen abgeschwächten Tiefbaß haben könnten. Die EARs klingen mir einfach "natürlicher" als alle Transistor-Amps die ich bisher gehört habe und sind viel gutmütiger wenn man mal "voll aufdreht" ...

Wenn ich mit meiner Sammlung von OS-Tubes bei jemandem mit China- oder Ostblockgeraffel bin weiß ich in zwei Drittel der Fälle schon vorher, welche dem jeweiligen Hörer am besten gefallen wird. Und das sind dann praktisch immer "zufällig" 3-fach-Glimmer Typen. Da werde ich dann meine "Zweit- und Drittbesten" los ...

Das mit der Mikrofonie war eigentlich immer nur so eine Vermutung von mir. Ich denke, wenn man Käfige über den Amps hat, diese eine sehr geringe Rolle spielt, wenn denn überhaupt. Die englische HiFi News hatte das mal genau untersuchen lassen und man kam zu dem Schluß daß ein Käfig genauso viel oder wenig wirksam war wie teure Ringe und Dämpfer auf den Röhren ...

Pinched-Waist-tubes sind ziemlich selten und die habe ich noch nicht ausprobiert, bisher aber nur Gutes darüber gelesen. Dies deutet aber doch auch wieder auf die bessere Fixierung des Innenlebens der Röhre hin. Also mehr Mikrofonie wegen besserer Fixierung?? Gimme a break ...

Wie dem auch sei, ich probiere gern alles aus was mir vor die Nase kommt, suche aber nicht mehr aktiv nach Röhren jünger als ca. 30 Jahre und mit nur zwei Mica, natürlich mit Ausnahmen wie den E88CC.

Puhleeze guys, these are just my 2¢.

Gruß, Jörg.
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VinylSavor
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Joerg,

ich hatte ja geschrieben, dass ich Dir das tube rolling auf gar keinen Fall ausreden moechte :beer

Wollte nur darlegen, was es mit den Glimmerscheiben auf sich hat und der Rueckschluss, dass die Qualitaet von den 3 Glimmern kommt, eventuell nicht richtig ist.

Zu der Auktion: Es ist nicht so klar aus Deinem Posting ersichtlich, ob Du die nun empfiehlst, oder davon abraetst.

So wie der die Beschreibung geschrieben hat wuerde ich den Kaeufer jedenfalls nicht empfehlen. Einiges an falscher, irrefuehrender oder irrelevanter Information, die bewusst so formuliert ist um einen Laien zum Kauf anzuregen.

Gruss

Thomas
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yawg
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Beitrag von yawg »

Hallo Thomas,

Das war ein positiver Tipp und den Käufer kenne ich nicht. Wieso eigentlich "irreführend"?

Ich habe ein paar "Lieblingsverkäufer" in der Bucht von denen ich nach einem ersten Ebay-Kauf danach direkt kaufe, also außerhalb der Bucht, man kennt sich dann und hat Vertrauen ...

Ich dachte, daß mein Posting bezüglich der GE 5814 3-fach-Glimmer eindeutig war. Bei 30 Dollar plus Versand kann man eigentlich auch nicht viel falsch machen. Die Teile sterben aus und gewinnen nur an Wert je älter sie werden.

Und was die 3-fach-Glimmer Oldies angeht, die "kennt der Bauer" halt inzwischen :mrgreen:

Gruß, Jörg. :mrgreen:
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo!
yawg hat geschrieben:Das war ein positiver Tipp und den Käufer kenne ich nicht. Wieso eigentlich "irreführend"?
Das ist genau die Art von Artikelbeschreibung die mich misstrauisch macht, nach 10 Jahren ebay-Praxis.

Z.B. Das Fragezeichen hinter dem NOS. Das heisst uebersetzt definitiv nicht NOS. Die Art wie er die Testergebnisse anpreist. Die liegen voellig im Rahmen. Selbst NOS Roehren koennen im Bereich 60-110% vom Nominalwert liegen.

Side D getters ? Was spielt das fuer eine Rolle ? Auf dem Foto ist aber kein Side getter zu sehen, sondern nur ein Top-Getter.

Dann sollen es angeblich "famous clear tops" sein. Dabei sieht man auf dem Foto doch deutlich dass es keine clear tops sind. Sondern "chrome tops". Nicht dass das einen Unterschied machen wuerde :wink:

Passt alles irgendwie nicht und er schmeisst mit diesen Roehren-marketing Begriffen um sich.

Klar koennen sehr gute Roehren sein, ich habe mit 5814 eh keine Erfahrung.

Auch wenn man andere Auktionen von dem Verkaeufer ansieht. Da wird es mit dem matched pair nicht allzu genau genommen. Da werden z.B. Roehren als perfect match angeboten und in einer der beiden sind die Triodensysteme auch noch relativ stark unterschiedlich, Klar er ist ehrlich und schreibt die Werte rein, aber ein Laie kann das gar nicht beurteilen und kauft auf Grund des "perfect match".

Ist nur meine Nase. Ich halte es mit ebay wie mit Sushi: Wenn es auch nur einen Hauch von fischig riecht, lass ich die Finger davon.

Gruss

Thomas
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yawg
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Beitrag von yawg »

Hallo Thomas,

Ich finde das Foto wichtig, genau die Typen kenne ich. Daß es keine Clear Tops sind sehe ich auch. Wichtig sind die Emissionswerte und die sind gut, der Preis stimmt ...

Oft nemen die Leute die viel in der Bucht verkloppen vorgefertigte Standardtexte und da übersieht man schon mal was. Kenne ich aus eigener Erfahrung. Einfach beschweren und dann kommt meistens direkt eine Berichtigung.

Und nicht alle NOS kommen in den Originalkartons. Oft weiß man nicht ob die schon mal wo dringesteckt haben. Wenn die Werte aber 120 Prozent sind ist die Wahrscheinlichkeit hoch.

Viele sog. NOS-Röhren kommen aus Militärgeräten die bis zu deren Ausmusterung gerade mal eine Stunde pro Jahr zu Testzwecken benutzt wurden. Sowas rechne ich auch zu NOS, sicherheitshalber nenne ich aber alles unbekannte Alte nur OS ...

Gruß, Jörg.
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Beitrag von mb-de »

VinylSavor hat geschrieben:...
Ist nur meine Nase. Ich halte es mit ebay wie mit Sushi: Wenn es auch nur einen Hauch von fischig riecht, lass ich die Finger davon.
If there is a doubt, there is no doubt...

Der Text ist ein wenig zu blumig - die Sache riecht nicht gut, auch wenn die Roehren durchaus ok sein koennen...

Beste Gruesse

Micha
=->
PS: Statt eBay empfehle ich hier uebrigens Radio- bzw. Funk-Flohmaerkte - manchmal tauchen zumindest hier in NL ECC82-Derivate noch als Schuettgut auf - die Zeiten der Waschkoerbe sind vorbei, aber grosse Schuhkartons mit losen Stuecken zum Aussuchen sind noch haeufig zu sehen ... pullouts aus irgendwelchen MIL-Geraeteschlaechtereien.
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Beitrag von VinylSavor »

Hallo Joerg,

leider gibt es allzu viele Verkaeufer die mit genau dieser Masche eben den Eindruck erwecken wollen, den er bei Dir erzielt hat. Wie man sieht hat das Erfolg.

Wenn er schon so schlampig ist mit der Beschreibung, was macht Dich dann so sicher, dass er bei den Messwerten nicht genauso einen Fehler drin hat, vielleicht sind ja die Werte von einem anderen Paerchen reingerutscht ? Wie genau hat er seinen Tester kalibriert ?

Genauso gut koennte statt der Beschreibung das Foto vertauscht sein.

Sowas ist leider oft eine Masche, mit den dem Bild widersprechenden Angaben kann er schicken was er will und sich immer rausreden, entweder das Bild passt, oder die Beschreibung.

Ich glaube prinzipiell an das Gute im Menschen, aber nur bis zu einer gewissen Grenze. Wie gesagt Praxiserfahrung. Solche Typen tummeln sich mit vorliebe in Szenen, in denen Dinge gehypt werden und Preise hochgetrieben werden, da gehoert die Tube Rolling Szene nun mal dazu.

Man sollte bei ebay halt genau hinschauen.

Gruss

Thomas
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yawg
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Beitrag von yawg »

Hallo Thomas,

Ich frage immer den Verkäufer bevor ich biete. Aus den Mails die sich dann ergeben bekommt man ein ziemlich gutes Gefühl für die Typen. Und wenn's dann stimmt macht man weitere Einkäufe außerhalb der Bucht und es kann sich sogar sowas wie eine virtuelle Freundschaft entwickeln ...

99,4 Prozent positive Bewertungen bei über 1000 Transaktionen ist nicht soo schlecht, da würde ich evtl. 30 Dollar plus Versand riskieren.

Gruß, Jörg.
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Beitrag von VinylSavor »

yawg hat geschrieben:Ich frage immer den Verkäufer bevor ich biete.
Das ist ein guter Ansatz. Aus der Kommunikation mit dem Verkaeufer bekommt man einen sehr guten Eindruck! Mach ich im Zweifelsfall genauso.
yawg hat geschrieben:99,4 Prozent positive Bewertungen bei über 1000 Transaktionen ist nicht soo schlecht, da würde ich evtl. 30 Dollar plus Versand riskieren.
Ja, aber das bedeutet auch ueber 60 unzufriedene Kaeufer und meist ist die Dunkelziffer viel hoeher. Wie gesagt, der Verkaeufer kann durchaus ok sein. Mir ging es auch nur drum anderen, die vielleicht neu im tube rolling und ebay Kaufen sind, auf solche Fallen aufmerksam zu machen. Bestimmt weit ueber 99% der potentiellen Kunden dieses Kaeufers haben gar nicht die Moeglichkeit seine Messergebnisse nachzupruefen. Aus eigener Erfahrung habe ich leider festgestellt dass sehr grosszuegig mit solchen Werten auf ebay-Auktionen umgegangen wird. Ich habe die Moeglichkeit alle Roehren auf Herz und Nieren zu testen. Es gibt tatsaechlich Verkaeufer, die ihre Pruefgeraete auf etwas bessere Resultate trimmen.

Aber wie Du schon schreibst, wenn man sich einen guten Eindruck verschafft und nach einem ersten Kauf zufrieden ist, dann kann man getrost aus der gleichen Quelle wieder kaufen.

Ich will auch ebay nicht verteufeln. Kaufe selbst sehr viel dort. Hab mir allerdings angewoehnt den Verkaeufer und die Auktion kritisch zu begutachten und im Zweifel einfach die Finger wegzulassen. Damit habe ich zum ueberwiegenden Teil sehr gute Erfahrungen gemacht.

Gruss

Thomas
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